SSAB setzt auf eine emissionsämere Stahlproduktion. / Foto: SSAB

  Nachhaltige Aktien

Stahlkonzern SSAB und Heidelberg Materials kooperieren für alternativen Zement

Der schwedische Stahlkonzern SSAB und der Heidelberger Baustoffhersteller Heidelberg Materials wollen gemeinsam zu einem alternativen Bindemittel für die Zementherstellung forschen. Dabei soll Schlacke aus den Lichtbogenöfen von SSAB zum Einsatz kommen.

SSAB gilt als einer der Vorreiter für eine klimafreundlichere Stahlproduktion. Der Konzern stellt Stahl unter anderem durch Recycling her, wobei Schrott in einem Lichtbogenofen (Electric Arc Furnace, EAF) geschmolzen wird. Das ist deutlich energieeffizienter und verursacht weniger Emissionen als das Stahlkochen im Hochofen unter Einsatz von Kohle.

Einsatz in der Massenproduktion als Ziel

SSAB plant, seine Produktion komplett umzustellen. Parallel zum Recycling soll dabei mittels Wasserstoffreduktion Eisenschwamm hergestellt werden, der ebenfalls im Lichtbogenofen geschmolzen wird. Wird dazu erneuerbare Energie verwendet, kann Stahl fast fossilfrei hergestellt werden.

Im Zuge des Projekts soll EAF-Schlacke – also Schlacke aus den Lichtbogenöfen – zu einem effizienten und nachhaltigeren alternativen Bindemittel in Zement entwickelt werden, um den CO2-Fußabdruck des Bausektors zu verringern. Die Forschung wird laut Mitteilung von der schwedischen Agentur für Wirtschafts- und Regionalwachstum mit mehr als 20 Millionen Schwedischen Kronen (2 Millionen Euro) gefördert.

Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und baut auf den Erkenntnissen früherer Forschungen und Kooperationen auf. Beteiligt sind auch zwei Universitäten aus Finnland und Schweden. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die in der Massenproduktion zum Einsatz kommen kann.

Die SSAB-Aktie ist im gettex-Handel aktuell 2,8 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 7,94 Euro (Stand: 22.4.2026, 9:13 Uhr). Im Monatsvergleich legte die Aktie 20,5 Prozent zu, auf Jahressicht gewann sie 47,4 Prozent.

Die Stahl- und die Baustoffbranche sind enorm CO2-intensiv. Auf die Stahlherstellung entfallen schätzungsweise 7 bis 9 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, auf die Zement- und Betonproduktion etwa 8 Prozent.

Auch SSAB ist kein grüner Konzern, beliefert unter anderem die Rüstungsbranche und muss den Einsatz erneuerbarer Energien noch steigern. Aber das Unternehmen ist um einen nachhaltigen Umbau bemüht. Eine genauere Analyse zu SSAB und eine aktuelle Einschätzung der Aktie lesen Sie hier.

SSAB A/B B-Aktie: ISIN SE0000120669 / WKN 881832

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