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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Studie: Deutschland wird Ziel für grünen Wasserstoff wohl verfehlen
Deutschland ist von seinen Ausbauzielen bei grünem Wasserstoff weit entfernt und dürfte das mittelfristige Ziel verfehlen. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Uni Köln (EWI). Aktuell werden Projekte eher abgesagt als umgesetzt.
Eigentlich soll in Deutschland bis 2030 eine Elektrolysekapazität von 10 Gigawatt (GW) installiert werden. Im Dezember 2025 waren laut EWI allerdings erst Wasserstoff-Elektrolyseure mit einer Kapazität von 181 Megawatt (MW) in Betrieb – damit fehlen noch 9,819 GW bis zum Ziel.
Nur 30 Prozent der Projekte umgesetzt
Im Bau oder mit einer finalen Investitionsentscheidung (FID) ausgestattet sind der Untersuchung zufolge aktuell aber lediglich 22 Projekte mit einer Elektrolysekapazität von knapp 1,3 GW. Diese sollen bis Ende 2027 in Betrieb gehen. Zudem kommt es immer wieder zu deutlichen Verzögerungen. Von den Projekten, die 2025 in Betrieb gehen sollten, wurden laut den Forschern lediglich rund 30 Prozent fristgerecht realisiert. Ein Teil der Vorhaben wurde sogar ganz abgesagt.
Dieses Bild dürfte sich künftig kaum ändern: Zwar ist für 2026 eine Inbetriebnahme bei mehr als 20 Projekten angekündigt. Doch bei 14 dieser Projekte hat der Bau noch nicht begonnen, oder es gibt keine finale Investitionsentscheidung. "Daher ist es fraglich, ob diese innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden", so das EWI.
Ein Problem dürften unter anderem die strengen EU-Vorschriften sein. Um grünen Wasserstoff herzustellen, wird mit Strom aus Erneuerbaren Energien Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten, die sogenannte Elektrolyse. Doch die EU-Regulierung schreibt vor, dass der Strom für die Elektrolyse nicht aus bestehenden Wind- oder Solarparks stammen darf; Anlagen müssen erst neu gebaut werden. Das soll verhindern, dass grüner Strom im Stromnetz "fehlt" und durch Strom aus fossilen Quellen ersetzt wird. Außerdem muss die Elektrolyse zeitlich eng mit der Stromerzeugung verbunden sein, um das Stromnetz zu entlasten.
Dieser Aufwand macht die Produktion von grünem Wasserstoff teuer. Und Konzerne scheuen sich zu investieren, wenn sie die Kosten nicht an die Verbraucher weitergeben können.
Viele Unsicherheiten
"Neben der regulatorischen Komplexität und Unsicherheit führen auch hohe Investitions- und Betriebskosten in Verbindung mit einer relativ geringen Zahlungsbereitschaft der Verbraucher dazu, dass bislang nur so wenige Projekte den FID-Status erreicht haben", sagt Ann-Kathrin Klaas, Wasserstoffexpertin beim EWI.
Außerdem bestehe grundsätzlich weiterhin das Henne-Ei-Problem, da Angebot, Nachfrage und die Infrastruktur simultan aufgebaut werden müssen. "Dies kann zu Koordinationsproblemen und zur Verzögerung einzelner Projekte führen", so Klaas.
Lesen Sie für einen umfassenden Überblick zu Investitionen in der Wasserstoffbranche das ECOreporter-Dossier zu Wasserstoff-Aktien.
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