Die USA blockieren den Ausbau Erneuerbarer Energie – doch in anderen Ländern geht es besser voran. / Symbolbild: Pixabay

  Erneuerbare Energie

Studie: USA bei Energiewende abgeschlagen

Große Länder wie China oder Deutschland sind auf Kurs, bis etwa 2050 klimaneutral zu werden. Das zeigt eine Studie der Stanford University. Die USA hingegen hängen rund 100 Jahre hinterher.

In ihrer Auswertung hat die Universität die Entwicklung der Energieerzeugung in 150 Staaten untersucht. Dabei geht es darum, wann die Länder fähig sein können, ihren Endenergiebedarf komplett aus erneuerbaren Quellen zu decken. Das umfasst nicht nur den Stromverbrauch, sondern auch den Bedarf für die Wärmeerzeugung sowie Warentransport und Mobilität.

Studie definiert Atomkraft als nicht nachhaltig

Estland oder Litauen etwa könnten demnach bis 2035 beziehungsweise 2036 klimaneutral sein. Große Volkswirtschaften wie China und Deutschland würden das Ziel beim aktuellen Ausbautempo 2052 beziehungsweise 2053 erreichen.

Die USA würden eine komplett nachhaltige Energieerzeugung beim aktuellen Ausbautempo insbesondere bei Wind und Solar im Jahr 2149 erreichen – also fast 100 Jahre nach anderen Industrienationen. Unter US-Präsident Donald Trump wurden zahlreiche Wind- und Solarprojekte verzögert oder gestoppt, die Förderung Erneuerbarer Energie soll absehbar auslaufen.

Atomenergie wurde in der Untersuchung nicht als erneuerbare Energiequelle gezählt, sondern explizit als nicht nachhaltig definiert. Als Begründung dafür nennt die Studie sieben Risikofaktoren wie den langen Zeitraum von bis zu 23 Jahren zwischen Planung eines Atomkraftwerks und Beginn der Stromerzeugung.

Weiter nennt die Universität Emissionen beim Bau der Reaktoren sowie bei der Förderung und Verarbeitung von Uran, Gefahren durch den potenziellen Bau von Atomwaffen und die Möglichkeit einer Reaktorkatastrophe. Hinzu kommt der völlig unklare Umgang mit den nuklearen Abfallprodukten.

Das Beispiel China zeigt laut Stanford University auch, dass Kernenergie für die CO2-Neutralität nicht notwendig ist. Zwar baut das Land im großen Stil neue Atomreaktoren. Windkraft- und Solaranlagen werden aber in noch deutlich größeren Dimensionen zugebaut – und produzieren mindestens 20-mal so viel Strom wie die parallel errichteten Atomkraftwerke.

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