Die EU-Umweltminister haben sich auf einen Klimazielkompromiss geeinigt. / Foto: Pixabay

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EU schwächt Klimaziele ab

Nach langen Verhandlungen hat sich die Europäische Union auf ein langfristiges Klimaziel geeinigt. Dieses fällt aber weniger ehrgeizig aus als ursprünglich vorgesehen.

Die EU-Länder wollen ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 zwar wie geplant um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Davon sollen 5 Prozent aber durch den Kauf von CO2-Zertifikaten aus Drittstaaten abgedeckt werden können. Sprich: Die eigenen Emissionen müssen nur um 85 Prozent sinken. Die Niederlande, Spanien und Schweden hatten sich für strengere Regelungen ausgesprochen. Deutschland bezeichnete 3 Prozent Klimazertifikate als akzeptabel, Länder wie Polen und Italien forderten hingegen 10 Prozent.

Emissionshandel startet später

Außerdem verschiebt die EU den Start des Emissionshandels für die Sektoren Gebäude und Verkehr um ein Jahr auf 2028, weil mehrere Mitgliedsländer, darunter Polen und Tschechien, steigende Heiz- und Benzinkosten befürchten. Hinzu kommt, dass etwa dem Verteidigungssektor mittlerweile eine höhere Priorität eingeräumt wird als der Klimapolitik. Ohne Kompromisse hätten sich die EU-Länder möglicherweise nicht auf ein gemeinsames Ziel für 2040 einigen können. Das wäre wenige Tage vor dem Beginn der Weltklimakonferenz in Brasilien ein Zeichen der Schwäche gewesen.

Klimawissenschaftsberater der EU hatten im Vorfeld der Verhandlungen kritisiert, dass der Kauf von ausländischen CO2-Zertifikaten dringend notwendige Investitionen in der europäischen Industrie verhindern würde. Zudem könnten Entwicklungsländer ihre nationalen Klimaziele bewusst herunterschrauben, um sich Aufstockungen von Europäern bezahlen zu lassen. 

Das von den EU-Umweltministern festgelegte Klimaziel muss noch das Europaparlament durchlaufen. Die Weltklimakonferenz startet am kommenden Montag.

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