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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
TPI Composites: Rotorblatthersteller ist insolvent – Geschäfte laufen weiter
Beim US-Windradblatthersteller TPI Composites liefen die Geschäfte schon länger schlecht, nun hat das Unternehmen Insolvenz beantragt. Diese darf TPI in Eigenverwaltung durchführen – die Geschäfte sollen weiterlaufen, mehrere Kreditgeber verpassen dem Unternehmen eine Finanzspritze.
Die Genehmigung des Gerichts zur Eigenverwaltung verschafft dem Unternehmen nach einer Aussage "die operative Flexibilität und Liquidität, die für die Fortführung des normalen Geschäftsbetriebs erforderlich sind". So kann TPI etwa eine Finanzspritze in Höhe von bis zu 82,5 Millionen US-Dollar durch Kreditgeber erhalten.
Schon seit 2019 rote Zahlen
Außerdem darf das Unternehmen weiterhin Löhne und Sozialleistungen der Mitarbeitenden bezahlen und seine bestehenden Zahlungswege und Bankkonten weiter nutzen. Außerdem wurde TPI erlaubt, bestimmte Verbindlichkeiten weiter zu bedienen, die für den laufenden Betrieb unerlässlich sind.
"Unsere Priorität ist es, während dieses Verfahrens die Stabilität und Unterstützung für unsere Mitarbeiter, Kunden und Partner aufrechtzuerhalten", sagte TPI-Chef Bill Siwek. "Die Genehmigung dieser Anträge am ersten Tag durch das Gericht ermöglicht es uns, uns auf die Umsetzung unserer strategischen Initiativen zur langfristigen Stärkung des Unternehmens zu konzentrieren."
TPI beliefert weltweit die größten Windanlagenhersteller, erst Ende letzten Jahres hatte das Unternehmen einen mehrjährigen Vertrag mit dem dänischen ECOreporter-Aktien-Favoriten Vestas verlängert. Eine aktuelle Einschätzung der Vestas-Aktie lesen Sie hier.
Doch die Geschäfte von TPI laufen schon lange schlecht. Seit einschließlich 2019 hat das Unternehmen jedes Jahr Verluste geschrieben, zwischenzeitlich musste die Produktion wegen Qualitätsproblemen umgebaut werden.
TPI leitete zuletzt eine Reihe von Konsolidierungsmaßnahmen ein: So wurde eines der Werke in Mexiko geschlossen, außerdem strich das Unternehmen aufgrund einer geringeren Nachfrage Stellen in der Türkei. Das ebenfalls kriselnde Geschäft als Automobilzulieferer verkaufte TPI, um sich ganz auf das Windblatt-Geschäft zu konzentrieren. All das half offensichtlich nicht.
Im ersten Halbjahr 2025 stagnierte der Umsatz mit 612 Millionen Dollar etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig blieb das Unternehmen tief in der Verlustzone, auch wenn das Defizit im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 von 153 Millionen Dollar auf 117 Millionen Dollar gesenkt werden konnte. Die Gesamtverschuldung belief sich zuletzt auf 731,73 Millionen Dollar.
Aktie wird vom Handel ausgesetzt
Die US-Börse Nasdaq hat bereits mitgeteilt, dass die Aktie des Unternehmens aufgrund der Insolvenzanmeldung von der Börse genommen wird (Delisting). Das Unternehmen beabsichtigt nach eigener Aussage nicht, gegen diese Entscheidung Einspruch zu erheben. Der Handel mit den Stammaktien von TPI Composites wird damit mit Handelsbeginn am morgigen Dienstag, 19. August 2025, ausgesetzt.
Im gettex-Handel schloss die TPI-Aktie am Freitag knapp 20 Prozent im Minus bei einem Preis von 0,19 Euro (Stand: 15.08.2025, 22:44 Uhr). Allein innerhalb der letzten zwölf Monate hat die Aktie 94 Prozent ihres Werts eingebüßt. Noch 2021 notierte der Kurs bei 49 Euro.
ECOreporter hat stets von einem Einstieg in die TPI-Aktie abgeraten. Offen ist, ob die Pleite von TPI Einfluss auf Hersteller von Windanlagen haben kann. Es bleibt abzuwarten, wie gut TPI die Pläne zur Fortführung des Geschäfts im Rahmen der Insolvenz gelingen.
Für einen tieferen Einblick in die Windbranche lesen Sie den zweiteiligen ECOreporter-Windaktien-Überblick.
TPI Composites Inc.:
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