Dond Trump hält die Welt weiter in Atem - auch für Anlegerinnen und Anleger keine leichte Zeit. / Foto: imago images, Depositphotos

  Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF

Trumps Zoll-Irrsinn geht in die nächste Runde – wie reagieren die Börsen?

Seit heute gelten die von US-Präsident Donald Trump angekündigten zusätzlichen Zölle auf Importe in die Vereinigten Staaten. Die Stimmung an den Finanzmärkten bleibt sehr angespannt.

Die neuen Zölle werden zusätzlich zu den Abgaben erhoben, die letzte Woche in Kraft getreten sind, und fallen unterschiedlich hoch aus. Für die EU betragen sie 20 Prozent, für China 50 Prozent. Der Gesamtzoll auf chinesische Waren steigt damit auf 104 Prozent.

China hat bereits Gegenzölle von 84 Prozent auf Lieferungen aus den USA angekündigt und die eigene Währung abgewertet, um die Exportwirtschaft zu stützen. Die EU will heute über Vergeltungsmaßnahmen abstimmen, die jedoch vorerst moderat ausfallen dürften. „Wir sind nicht daran interessiert, eins zu eins und Cent für Cent zu reagieren“, erklärte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic.

Die EU hält sich noch zurück

Sollte Trump im Zollstreit nicht einlenken, wird die EU ab Mai möglicherweise Abgaben auf US-Dienstleistungen einführen – das würde die Vereinigten Staaten und vor allem die großen Tech-Konzerne härter treffen als Zölle auf Waren. Ansonsten versucht Brüssel bislang, zusätzliche Zölle weitestgehend zu vermeiden, und bemüht sich stattdessen um weitere Freihandelsabkommen, etwa mit Kanada, Japan, Großbritannien oder den südamerikanischen Ländern.

An der Börse herrscht weiterhin große Unsicherheit. Nach weltweit hohen Verlusten an den Vortagen erholten sich viele Kurse gestern ein wenig, heute geht es allerdings schon wieder überwiegend abwärts. Die Indizes der deutschen DAX-Familie sind aktuell bis zu 2 Prozent im Minus, der wichtige Europa-Index Euro Stoxx 50 hat seit dem Handelsstart 1,5 Prozent eingebüßt (Stand 9:55 Uhr). Der japanische Leitindex Nikkei notiert 3,6 Prozent im Minus, die großen US-Indizes bewegen sich vorbörslich in etwa auf Vortagesniveau.

Heißt: Auf dem Weltaktienmarkt dürfte es auch heute zu teils deutlichen Kursveränderungen kommen, wahrscheinlich vor allem zu Verlusten – manche Investoren hatten darauf gehofft, dass Trump die zusätzlichen Zölle in letzter Sekunde zurücknehmen oder abmildern würde.

Wie sollten nachhaltige Anlegerinnen und Anleger jetzt reagieren?

ECOreporter bleibt bei seiner Einschätzung von gestern: Kaufen Sie aktuell nur Aktien, wenn Sie sie lange halten wollen. Und dann auch nur Papiere von Unternehmen, die ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell haben und die Trump-Ära wahrscheinlich ohne dauerhafte Schäden überstehen werden. Und verkaufen Sie jetzt nicht in Panik Aktien, Fonds oder ETFs. Warum das langfristig meist keine gute Idee ist, lesen Sie hier.

Ebenfalls wichtig: Bleiben Sie breit über viele Länder und nachhaltige Branchen investiert. Und achten Sie darauf, dass Sie mit genügend Kapital in sicheren Geldanlagen wie beispielsweise Festgeld investiert sind, um sich mit Ihrem Investment-Mix wohlzufühlen. Wie wichtig das richtige Risiko-Chance-Gleichgewicht psychologisch ist, erfahren Sie hier.

Weitere ECOreporter-Tipps zum nachhaltigen Investieren in Krisenzeiten finden Sie in diesen Artikeln:

Krisen, Kriege, Katastrophen: Welche Geldanlagen verkaufen, welche behalten?

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