TSMC soll laut einem taiwaneischen Minister neue Fabriken in Deutschland planen. / Foto: TSMC

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TSMC soll neue Fabriken für KI-Chips in Europa planen

Der taiwanesische Chip-Auftragshersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) plant nach Angaben eines taiwanesischen Ministers in Europa bereits weitere Fabriken. Ein Schwerpunkt soll laut dem Politiker auf der Fertigung von Chips für Künstliche Intelligenz (KI). Das Unternehmen selbst zeigt sich zurückhaltend.

Nach dem Spatenstich für seine Fabrik in Dresden plane TSMC "bereits die nächsten Fabriken für verschiedene Marktsektoren" in Europa, wie Taiwans Minister für Wissenschaft und Technologie, Wu Cheng-wen, in einem Interview mit dem US-Sender Bloomberg TV erklärte. Das wichtigste Segment werde dabei der Markt für KI sein, einschließlich Chips für die US-amerikanischen Unternehmen Nvidia und Advanced Micro Devices (AMD). Allerdings könnte auch die Fertigung alternativer Designs Chancen für TSMC bieten.

Auch Expansion in den USA erwartet

Laut Wu werde der Konzern abwägen, ob er in Dresden expandieren oder in anderen Teilen der EU bauen will. Im August erfolgte der erste Spatenstich für eine 10  Milliarden Euro teure TSMC-Chipfabrik in Dresden, die Fabrik wird die erste des Konzerns in der EU sein. Etwa die Hälfte der Finanzierung dieses Projekts wird durch staatliche Subventionen gedeckt, und die Produktion soll bis Ende 2027 anlaufen.

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Laut Wu erwägt die taiwanesische Regierung auch die Unterstützung von TSMC-Zulieferern bei Investitionen an einem tschechischen Standort, der nicht weit entfernt von Dresden liegt. Der Politiker erklärte, er wolle auch gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprogramme für Akademiker in Taiwan und der Tschechischen Republik erleichtern.

Einen Zeitplan für die weitere Expansion des taiwanesischen Chipherstellers in Europa nannte Wu. TSMC erklärte in einer E-Mail gegenüber "Bloomberg", dass es sich weiterhin auf seine aktuellen globalen Expansionsprojekte konzentriere und derzeit keine neuen Investitionspläne habe.

Wu sagte außerdem er rechne damit, dass taiwanesische Chipfirmen weiter unter Druck gesetzt werden, in den USA zu expandieren, unabhängig vom Ausgang der Präsidentschaftswahlen im November. TSMC hat bisher mehr als 65 Milliarden US-Dollar für die Errichtung von drei Werken in Arizona zugesagt.

"Kurzfristig ist es vielleicht schmerzhaft für taiwanesische Unternehmen, weil es teurer ist, wenn sie dorthin umziehen", so Wu. "Langfristig ist es meiner Meinung nach aber vielleicht gut für sie, weil sie sich weiterentwickeln können".

Die TSMC-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 175,00 Euro (Stand: 14.10.2024, 11:37 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 13,9 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 102,8 Prozent im Plus.

TSMC produziert den Großteil seiner Halbleiter in Taiwan, aktuell gibt das Unternehmen Dutzende von Milliarden Dollar aus, um neue Standorte etwa in den USA, Japan und Deutschland zu errichten. Damit will sich das Unternehmen besonders wegen der wachsenden geopolitischen Spannungen mit China absichern.

Aktie für Mutige

Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die USA befürchten, dass das Regime der Volksrepublik versuchen wird, Taiwan innerhalb der nächsten drei Jahre zu annektieren. Das könnte den Stillstand der TSMC-Produktion bedeuten, auch weil ASML, der weltweit wichtigste Hersteller von Maschinen für die Chipfertigung, seine Anlagen wohl aus der Ferne abschalten kann.

Die kompletten Kapazitäten in der Produktion wird TSMC mit ausländischen Fabriken aber auch nicht auffangen können zumal es Jahre dauern wird, diese zu bauen. ECOreporter sieht die TSMC-Aktie daher weiterhin nur als ein Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger. Zu teuer ist die Aktie nicht: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 liegt gerade angesichts der hohen Kurszuwächsen bei vertretbaren 29, für 2025 bei 23. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 ist mit 1,5 Prozent für einen Tech-Konzern ordentlich.

Lesen Sie auch die ECOreporter-Dossiers Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Bis fast 3.000 % Plus in 5 Jahren - wo sich der Einstieg noch immer lohnen kann und Nachhaltig in Künstliche Intelligenz investieren? Das sind die ECOreporter-KI-Aktientipps

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: ISIN US8740391003 / WKN 909800

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