Gelände der geplanten Batteriematerialien-Fabrik in Kanada. / Foto: Umicore

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Umicore stoppt Bau von Kathodenmaterial-Fabrik in Kanada

Das belgische Recycling- und Rohstoffunternehmen Umicore stoppt seine Investitionen für den Bau einer Kathodenmaterial-Fabrik in Kanada. Die Pläne sollen laut Konzern überprüft werden. Ursprünglich sollte das Werk Ende 2025 in Betrieb gehen und auch einen deutschen Autobauer beliefern.

Wie Umicore in seinem Halbjahresbericht erklärte, sollen die Investitionen "der neuen Marktrealität" angepasst werden. Konkret wird der Bau des 2,7 Milliarden Kanadische Dollar (CAD; 1,3 Milliarden Euro) teuren Kathodenmaterial-Werks in Kanada vorläufig gestoppt.

Nachfrageprognose deutlich niedriger

Aktive Kathodenmaterialien sind der wichtigste technische Hebel für die Leistung von Batterien. Sie haben den größten Anteil an den Gesamtkosten der Batterie und bestimmen auch deren Umweltbilanz. Bei der in Elektroautos aktuell üblicherweise verbauten Lithium-Ionen-Batterie besteht die Aktivmasse der Kathode etwa aus einem lithiumlegierten Material wie Kobalt, Nickel und Mangan.

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Das Werk in der kanadischen Provinz Ontario sollte bis 2030 eine jährliche Produktionskapazität an Kathodenmaterialien für etwa eine Million Elektrofahrzeuge erreichen. Der kanadische Staat wollte laut kanadischen Medien offenbar Fördermittel in Höhe von 551 Millionen CAD zuschießen, die Provinz plante Subventionen von bis zu 425 Millionen CAD.

Laut Umicore fällt die Nachfrageprognose für seine Batteriematerialien mittlerweile deutlich niedriger aus. Nun will der Konzern zunächst die bereits vorhandenen Produktionskapazitäten ausnutzen, ehe in neue investiert wird.

Die Belgier planen demnach eine "gründliche Überprüfung" ihres Geschäfts mit Batteriematerialien. Die Ergebnisse dieser Prüfung will Umicore auf seinem Kapitalmarkttag im ersten Quartal 2025 präsentieren.

Zu den Kunden, die Batteriematerialien aus dem Werk in Ontario beziehen sollten, gehörte auch BMW. Im Oktober 2023 hatte der Autobauer Umicore als weiteren Partner für den Aufbau einer Batterie-Lieferkette in Nordamerika angekündigt. ECOreporter berichtete hier.

Die Umicore-Aktie war im Tradegate-Handel am Montagnachmittag 1,6 Prozent im Minus zum Freitag und kostete 13,03 Euro (Stand: 29.7.2024, 14:54 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 5,4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 51,8 Prozent an Wert eingebüßt.

ECOreporter bleibt skeptisch

Das Kerngeschäft von Umicore ist aktuell der Handel mit recycelten Rohstoffen, was den Konzern stark abhängig von den schwankenden Rohstoffpreisen macht. Eigentlich sollte das Geschäft mit Kathodenmaterial künftig deutlich wichtiger für das Unternehmen werden. ECOreporter hatte hier bereits zu bedenken gegeben, dass abzuwarten bleibt, inwiefern die optimistischen Prognosen von Umicore sich erfüllen können.

Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 für 2024 ist die Aktie angesichts der deutlichen Kursschwankungen in den vergangenen Jahren nicht günstig. Auf fünf Jahre gesehen ist der Kurs 53 Prozent im Minus. ECOreporter rät aktuell von einem Einstieg ab.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Batterien für Elektroautos: Welche Aktien sind jetzt attraktiv?

Umicore S.A.: ISIN BE0974320526 / WKN A2H5A3

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