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US-Zölle bremsen First Solar aus, Aktie verliert 12 %
Der US-Solarkonzern First Solar leidet unter der chaotischen Zollpolitik von Präsident Donald Trump. Das Unternehmen hat in den letzten Monaten weniger Geld verdient und senkt seine Jahresprognose.
First Solar setzte im ersten Quartal 2025 knapp 845 Millionen Dollar um, 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sank allerdings wegen gestiegener Kosten in allen Unternehmensbereichen um mehr als 11 Prozent auf 209,5 Millionen Dollar.
"Kurzfristige Herausforderungen"
Die Quartalszahlen fielen schwächer aus als am Finanzmarkt erwartet. Zudem hat First Solar seine Jahresprognose aufgrund der neuen US-Zölle gesenkt. Das Management kalkuliert jetzt nur noch mit einem Umsatz von 4,5 bis 5,5 Milliarden Dollar und einem operativen Gewinn zwischen 1,45 und 2,0 Milliarden Dollar. Bislang lag die Prognose bei 5,3 bis 5,8 Milliarden Dollar Umsatz und 1,95 bis 2,3 Milliarden Dollar Gewinn.
„Trotz der kurzfristigen Herausforderungen, die sich aus der neuen Zollregelung ergeben, glauben wir, dass die langfristigen Aussichten für die Solarnachfrage, insbesondere in unserem Kernmarkt in den USA, stark bleiben und dass First Solar weiterhin gut positioniert ist, um diese Nachfrage zu bedienen“, sagt Konzernchef Mark Widmar. „Diese Überzeugung basiert auf dem einzigartigen Profil von First Solar als Amerikas größtem und etabliertesten Hersteller von Solarmodulen und einzigem vollständig vertikal integrierten Produzenten des Landes sowie unserem bedeutenden Netzwerk von inländischen Zulieferern.“
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An der Börse kommen die neuen Zahlen nicht gut an. Die First Solar-Aktie ist heute mit einem Minus von 11,7 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet, aktuell kostet sie 106,38 Euro (Stand 30.4.2025, 9:19 Uhr). Nach zuvor hohen Zuwächsen befindet sich die Aktie seit Juni 2024 in einer Abwärtsbewegung, unter anderem wegen der klimafeindlichen Politik der neuen US-Regierung. Auf zwölf Monate gesehen ist der Kurs um 29 Prozent gesunken, auf fünf Jahre hat er 188 Prozent gewonnen.
Während die Solarbranche insgesamt schon seit Längerem in der Krise steckt, liefen die Geschäfte bei First Solar lange gut. Das Unternehmen setzt auf in den USA produzierte Dünnschicht-Module, die eine Alternative zu den üblichen, meist aus China stammenden Modulen aus kristallinem Silizium darstellen.
Gibt Trump die Steuergutschriften frei?
First Solar ist das erfolgreichste große Solarunternehmen der USA und finanziell weiterhin gut aufgestellt: Vermögenswerten von 12 Milliarden Dollar standen Ende März Verbindlichkeiten von 3,9 Milliarden Dollar gegenüber, darunter nur wenige Bankkredite.
Allerdings ist auch First Solar auf Zulieferprodukte angewiesen, die von Donald Trumps Zollchaos betroffen sind. Und es ist unklar, ob der Konzern weiterhin vom Inflation Reduction Act (IRA) profitieren wird, jenem von der Biden-Regierung verabschiedeten Gesetz, das unter anderem Steuergutschriften und Fördermittel für grüne Energietechnik vorsieht, die in den USA produziert wird. Für 2025 erwartet First Solar Steuergutschriften im Umfang von 1,65 bis 1,7 Milliarden Dollar, es ist aber ungewiss, ob das Unternehmen die Gutschriften tatsächlich erhalten wird. First Solar hat die IRA-Mittel vor allem zum Ausbau seiner Produktion genutzt.
ECOreporter sieht langfristig weiter solide Perspektiven für First Solar, derzeit ist ein Investment aber mit erhöhten Risiken verbunden. Mutige Anlegerinnen und Anleger können nach den Kursrücksetzern über einen Einstieg nachdenken: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2025 liegt bei niedrigen 8, für 2026 bei unter 6. Eine Dividende zahlt First Solar nicht – der Konzern investiert freie Barmittel lieber in eine Verbesserung seiner Marktposition.
First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM
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