Das Bild zeigt den Rivian Pick-up Rivian R1T. Rivian will die VW-Milliarden in die Produktion investieren. / Foto: Rivian

  Nachhaltige Aktien

Volkswagen: 1 Milliarde Dollar für weitere Rivian-Anteile

Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen stockt seinen Anteil an dem US-Elektroautohersteller Rivian auf. VW will durch die Partnerschaft seine Elektronik- und Softwareprobleme im E-Auto-Bereich in den Griff bekommen.

VW und Rivian hatten 2024 die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Rivian Volkswagen Technologies verkündet. Über das Joint Venture sollen die Wolfsburger Zugriff auf die Elektro- und Software-Architektur von Rivian erhalten, die in der Branche als herausragend gilt. Insgesamt hat die Kooperation laut den Unternehmen einen Umfang von 5,8 Milliarden US-Dollar.

Rivian schreibt weiter rote Zahlen

Vor einem Jahr war bereits die erste Milliarde geflossen, seitdem hält VW laut Geschäftsbericht 8,6 Prozent der Anteile an Rivian. Nachdem die US-Amerikaner nun finanzielle Bedingungen erfüllt haben, floss die nächste Tranche der vereinbarten Gelder. Weitere Raten sollen folgen, sobald fest vereinbarte Fortschritte erreicht wurden.

Wie ECOreporter die Rivian-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

VW will auf Basis der Rivian-Technologie die Elektronik-Architektur und Software seiner E-Autos neu aufsetzen, 2027 sollen die ersten dieser Fahrzeuge vom Band rollen. Rivian wiederum will das Geld in die Produktion investieren. Im kommenden Jahr soll der Start eines günstigeren Modells die Verkäufe ankurbeln.

Rivian schreibt seit seiner Gründung 2009 rote Zahlen und hat Probleme in der Fertigung, erst seit 2021 werden bei den Amerikanern überhaupt Autos gebaut. In den letzten zwei Quartalen gelang es dem Konzern, jeweils ein positives Bruttoergebnis vorzulegen. Das war die Bedingung dafür, dass VW nun zahlt. Netto blieb das Unternehmen aber in der Verlustzone.

Technologie hat Rivian an VW allerdings noch nicht geliefert. Die nächste Milliarde soll Mitte 2026 fließen, wenn auch hier bestimmte Meilensteine erreicht werden. Weitere 500 Millionen Dollar sind 2027 als Schlusszahlung vorgesehen, sobald der erste VW mit Rivian-Technik in Serie geht.

Insgesamt plant VW damit, 3,5 Milliarden Dollar für Rivian-Anteile auszugeben. Damit könnten die Wolfsburger größter Einzelaktionär bei Rivian werden. Bislang ist das der US-Gigant Amazon, für den Rivian den Elektro-Transporter Rivian EDV baut. Weitere 2,3 Milliarden Dollar fließen aus Wolfsburg in das Joint Venture mit Rivian.

An der Börse Frankfurt ist die Rivian-Aktie aktuell 1 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 11,88 Euro (Stand: 30.6.2025, 9:08 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 7,9 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 10,7 Prozent an Wert eingebüßt.

Rivian fertigt weiterhin nur vergleichsweise kleine Stückzahlen und ist deutlich von der Gewinnzone entfernt. Trotz der VW-Investitionen ist unklar, ob das Geschäft des Unternehmens wirklich in Gang kommt. ECOreporter hat seit dem Börsenstart 2021 vom Kauf der Rivian-Aktie abgeraten und bleibt weiter bei dieser Einschätzung.

Rivian Automotive Inc.: ISIN US76954A1034 / WKN A3C47B

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

24.06.25
 >
10.12.24
 >
27.11.24
 >
13.11.24
 >
08.10.24
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x