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Wasserstoff: FuelCell Energy mit Entlassungswelle – Aktie gewinnt 40 %
Der US-Brennstoffzellenhersteller FuelCell Energy hat Entlassungen in großem Stil und eine globale Umstrukturierung angekündigt. Das Unternehmen will sich künftig auf den Bau großer Kraftwerke konzentrieren – Wasserstoff soll in den Hintergrund rücken.
Im Ende April abgeschlossenen zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2024/25 verzeichnete FuelCell einen Umsatz von 37,4 Millionen US-Dollar – ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust reduzierte sich von 2,18 Dollar pro Aktie auf 1,79 Dollar pro Aktie. Der Auftragsbestand wuchs zum 30. April 2025 im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar.
Wasserstofftechnologie rückt in den Hintergrund
Gleichzeitig verkündete das Unternehmen Pläne für eine globale Umstrukturierung. Demnach sollen 22 Prozent aller Stellen im Konzern gestrichen und die Belegschaft auf 426 Mitarbeitende reduziert werden. Ergänzt um zusätzliche Einsparungen, will FuelCell seine Betriebskosten im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023/24 so um 30 Prozent senken.
Im Schatten des beginnenden Krieges zwischen Israel und dem Iran kursieren im Internet fragwürdige Anlegertipps, die Wasserstoffinvestments wieder als "das kommende große Ding" anpreisen. ECOreporter bleibt skeptisch. Lesen Sie für eine Einschätzung der Branche unser Dossier Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die spannendsten Wasserstoff-Aktien.
Wie ECOreporter die FuelCell-Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.
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FuelCell will sich künftig auf seine karbonatbasierten Brennstoffzellen konzentrieren, die besonders zur Stromerzeugung für Großanlagen konzipiert sind. Das Unternehmen hofft auf Aufträge für Rechenzentren – aufgrund des Booms bei Künstlicher Intelligenz bauen große Technologiekonzerne wie Microsoft und die Google-Mutter Alphabet ihre Kapazitäten hier aktuell enorm aus.
Karbonat-Brennstoffzellen laufen allerdings nicht mit Wasserstoff, sondern mit Erd- oder Biogas und produzieren CO₂. Die Abscheidung und Speicherung des Klimagases ist dabei laut FuelCell in der Technologie integriert.
Vom Geschäft mit den wasserstoffgeeigneten Festoxid-Brennstoffzellen, FuelCells zweitem Brennstoffzellentyp, wird sich das Unternehmen hingegen wohl verabschieden. Wie FuelCell mitteilte, werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die Festoxid-Technologie "pausiert", um Ressourcen auf die Skalierung der Karbonat-Kerntechnologie zu konzentrieren. Festoxid-Brennstoffzellen können selbst für die Wasserstoff-Produktion genutzt werden oder mit Wasserstoff in kleinerem Maßstab Strom erzeugen.
An der Börse fiel die Reaktion auf die FuelCell-Mitteilung euphorisch aus: Die Aktie gewann am 6. Juni rund 43 Prozent. Danach ging es für den Kurs aber auch schon wieder abwärts – in der vergangenen Woche büßte er 20 Prozent ein. Aktuell ist die FuelCell-Aktie im Tradegate-Handel 0,9 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 5,28 Euro (Stand: 16.6.2025, 9:01 Uhr). Auf Jahressicht notiert die Aktie 55,7 Prozent im Minus.
Insgesamt hat sich die FuelCell-Aktie wie die meisten Wasserstofftitel miserabel entwickelt. Seit dem Ende des großen Wasserstoff-Hypes 2021 ist der Kurs um rund 95 Prozent eingebrochen.
ECOreporter war zudem stets skeptisch, inwiefern die Technologie von FuelCell wirklich eine saubere Energielösung darstellt. Wenn jetzt Wasserstofftechnologie zugunsten von Erdgaszellen in den Hintergrund rückt, macht das ein Investment für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger noch unattraktiver. Die Redaktion rät klar vom Kauf der Aktie ab.
FuelCell Energy Inc.: ISIN US72919P2020 / WKN A1JA81