FuelCell Energy hat im Vergleich zum Vorjahr weniger Umsatz erzielt – allerdings mehr, als am Finanzmarkt erwartet. / Foto: FuelCell Energy

  Nachhaltige Aktien

Wasserstoff: FuelCell Energy macht mehr Verlust

Der US-Brennstoffzellenhersteller FuelCell Energy hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2023/24 (Mai bis Juli) weniger Umsatz erzielt und einen höheren Verlust eingefahren. Trotzdem kann das Unternehmen die Erwartungen an der Börse übertreffen – die Aktie profitiert.

Der Umsatz sank im letzten Quartal um 7,1 Prozent zum Vorjahr auf knapp 24 Millionen Dollar. Grund waren laut Unternehmen vor allem deutlich niedrigere Einnahmen im Servicegeschäft, in dem FuelCell etwa den Betrieb und die Wartung von Brennstoffzellen-Kraftwerken für Kunden übernimmt. FuelCell baut, betreibt und wartet vor allem Brennstoffzellen-Anlagen auf der Basis sogenannter Karbonat-Brennstoffzellen.

Höherer Auftragsbestand und übertroffene Erwartungen

Während das Unternehmen im gleichen Zeitraum des Vorjahres vom Austausch von Modulen in den Anlagen der Korea Southern Power Company profitiert hatte, fand 2024 kein Modultausch statt. Die Umsätze aus Serviceverträgen sanken daher von 9,8 auf 1,4 Millionen Dollar. Leicht gestiegene Umsätze etwa im Bereich Stromerzeugung konnten den Rückgang nicht ausgleichen.

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Der Auftragsbestand lag zum 31. Juli bei 1,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 12,6 Prozent zum Vorjahr. Der Anstieg ging in erster Linie auf eine Bestellung des südkoreanischen Energieunternehmens Gyeonggi Green Energy von 42 Brennstoffzellenmodulen mit einer Leistung von jeweils 1,4 Megawatt (MW) zurück. Die Zellen sollen in einem bestehenden Kraftwerk verbaut werden.

Der Nettoverlust von FuelCell stieg im letzten Quartal um 33 Prozent auf rund 34 Millionen Dollar beziehungsweise 0,07 Dollar pro Aktie. Damit entsprach der Verlust den Erwartungen der von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Analysten. Der Umsatz fiel besser aus als von den Experten geschätzt, die mit einem Rückgang auf 22 Millionen Dollar gerechnet hatten.

An der Börse kommen die übertroffenen Umsatzerwartungen und der höhere Auftragsbestand gut an. Im Xetra-Handel ist die Aktie von FuelCell aktuell 5,5 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 0,40 Euro (Stand: 6.9.2024, 9:04 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 4,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 70 Prozent an Wert verloren.

Kurs um mehr als 90 Prozent abgestürzt

Die Quartalszahlen zeigen vor allem, wie stark einzelne Aufträge das Geschäft von FuelCell beeinflussen können. Die Einnahmen sinken, weil ein außerplanmäßiger Modulauftrag aus dem Vorjahr sich nicht wiederholt, gleichzeitig lässt nur eine einzelne Bestellung den Auftragsbestand zweistellig steigen. Die Einnahmen des Unternehmens sind also weiter wenig verlässlich. Und von einem profitablen Geschäft bleibt FuelCell nach wie vor weit entfernt.

Mit der großen Wasserstoff-Euphorie ist es zumindest für FuelCell auch vorbei: In den letzten drei Jahren ist der Kurs um mehr als 90 Prozent abgestürzt. Die Aktie ist ein Pennystock, also eine Aktie, die im Cent-Bereich notiert. Das macht sie anfälliger für Spekulationen, da große Volumen einfacher gehandelt werden können. ECOreporter rät vom Einstieg in die Aktie ab.

Die Karbonat-Brennstofzellen von FuelCell sind zudem aus nachhaltiger Sicht eine fragwürdige Technologie. Sie werden mit einem Gemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid betrieben, das aus fossilem Erdgas oder Biogas gewonnen wird. Bei dessen Verbrennung entsteht neben weiterem Wasserstoff auch CO2, das extra gebunden werden muss.

Für eine detaillierte Einschätzung der Wasserstoffbranche lesen Sie das ECOreporter-Dossier Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die sichersten Wasserstoff-Aktien.

FuelCell Energy Inc.: 

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