Foto: Enapter / Das Bild zeigt einen Elektrolyseur von Enapter. Das Unternehmen baut sein Produktportfolio aus.

  Nachhaltige Aktien

Wasserstoff: Enapter setzt auf neuen Megawatt-Elektrolyseur

Das Hamburger Wasserstoffunternehmen Enapter hat den Start eines neuen, leistungsstärkeren Elektrolyseurs angekündigt. Der Konzern hofft auch auf Solar- und Windparks als Kunden.

Enapter will künftig einen 2,5 Megawatt-Elektrolyseur mit dem Markennamen Nexus 2500 anbieten. Die ersten Auslieferungen sind laut Unternehmen für Ende 2026 geplant.

Gleiche Größe bei deutlich mehr Leistung

Bisher ist das Flaggschiff von Enapter ein 1-MW-Elektrolyseur. Der Nexus 2500 soll also deutlich mehr Leistung bieten, allerdings bei gleicher Baugröße als 40-Fuß-Standardcontainer. Der Elektrolyseur produziert laut Enapter eine Tonne grünen Wasserstoff mit einer Reinheit von mehr als 99 Prozent innerhalb von 24 Stunden. 

Das Gerät eignet sich Unternehmensangaben zufolge auch für wasserstoffproduzierende Großanlagen im industriellen Maßstab. Zum Einsatz kann der Elektrolyseur demnach beispielsweise in der Stahl- und Ammoniakproduktion sowie bei Betankungsanlagen für den Schwerlastverkehr kommen. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Speicherung der Überschussenergie von Solar- und Windparks im Multimegawatt-Bereich.

Einen umfassenden Überblick für die Wasserstoffbranche bietet das ECOreporter-Dossier Von SFC Energy bis Linde: Diese Wasserstoff-Aktien sind aktuell spannend.

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Gesteuert wird der neue Elektrolyseur von Enapters selbst entwickelter Software mit Künstlicher Intelligenz (KI). Diese analysiert laut Unternehmen die Daten der im Elektrolyseur verbauten Messsensoren, die an unterschiedlichen Stellen unter anderem Temperatur, Druck und Stromverbrauch erfassen. So lasse sich die Effizienz des Gerätes deutlich steigern.

Allerdings gilt auch für den Nexus 2.500, dass Enapter an seinem einzigen Produktionsstandort im italienischen Pisa nur noch die sogenannten Stacks herstellt, das Herzstück des Elektrolyseurs. Die Produktion und Montage aller weiteren Systeme, also den Bau des eigentlichen Elektrolyseurs, übernimmt über eine Partnerschaft die Wolong Gruppe in China.

Die Nachricht über die neue Produkteinführung hatte kaum Einfluss auf den Aktienkurs. Am gestrigen Donnerstag sprach dann das Analysehaus First Berlin Equity Research eine Kaufempfehlung für die Enapter-Aktie aus, das sorgte für einen Kurssprung von 8 Prozent.

Aktuell ist die Aktie im Xetra-Handel allerdings bereits wieder 7,4 Prozent im Minus zum Vortag und notiert bei 2,50 Euro – die zwischenzeitlichen Gewinne wurden also wieder abgegeben (Stand: 11.7.2025, 13:33 Uhr). Im Monatsvergleich ging es für die Aktie 9,1 Prozent abwärts, auf Jahressicht büßte der Kurs 40 Prozent ein.

Enapter hat seine Pläne für eine Massenfertigung im nordrhein-westfälischen Saerbeck bei Münster im vergangenen Jahr aufgegeben. Die Nachfrage ist laut Unternehmen zu gering. Für den leistungsstärkeren Elektrolyseur erhofft man sich nun offenbar mehr Kunden. Allerdings baut das Unternehmen bereits seit Anfang 2024 seine Elektrolyseure gar nicht mehr selbst.

Anzeichen für einen Aufschwung bei Enapter sieht ECOreporter aktuell nicht. Auch der Kurs bleibt in einem anhaltenden Abwärtstrend gefangen, in den letzten fünf Jahren büßte die Aktie fast 90 Prozent ihres Werts ein. Die Redaktion rät vom Einstieg ab.

Enapter AG:  ISIN DE000A255G02 / WKN A255G0

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