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ASML kassiert Prognose für 2025 – Aktie bricht um 16 % ein
Wegen eines Datenlecks hat der niederländische Maschinenbauer ASML seine Zahlen für das dritte Quartal 2024 einen Tag früher als geplant veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht dabei ein gesenkter Ausblick für das kommende Jahr. Die Aktie des Unternehmens verliert deutlich an Wert.
Der Umsatz von ASML stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um rund 12 Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die eigene Prognose leicht. Auch der Nettogewinn verbesserte sich deutlich um 10 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro.
Nachfrage schwächer als erwartet
Allerdings sorgte der Auftragseingang für Enttäuschung: Zwischen Juli und September verbuchte ASML lediglich Bestellungen im Umfang von 2,6 Milliarden Euro. Analysten hatten laut Umfragen der Nachrichtenagentur Bloomberg im Schnitt mit 6 Milliarden Euro gerechnet.
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Wegen der schwachen Nachfrage senkte das Unternehmen seine Prognose für 2025. ASML rechnet nun für das kommende Jahr mit einem Umsatz in einer Spanne von 30 bis 35 Milliarden Euro. Bislang war der Konzern von 30 bis 40 Milliarden Euro ausgegangen. Analysten hatten bislang im Schnitt mit 36 Milliarden Euro gerechnet.
Im Sommer hatte ASML-Chef Christophe Fouquet noch erklärt, er gehe davon aus, "dass 2025 stark wird". Nun räumte der Manager bei der Präsentation der Zahlen am Dienstagabend ein, dass die Nachfrage langsamer als erwartet anziehe. Vor allem die mehrere Hundert Millionen Euro teuren Extrem-Ultraviolett-Lithografieanlagen (EUV-Anlagen), die Chips mit extrem ultraviolettem Licht bearbeiten und für die Fertigung der aktuell modernsten Chipvarianten nötig sind, seien nicht so gefragt wie geplant. Wichtige Kunden würden ihre Fabriken eher langsam ausbauen.
Ein Großkunde ist etwa der US-Chiphersteller Intel, der ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt hat und deshalb beispielsweise den Neubau des geplanten Werks in Magdeburg um mindestens zwei Jahre verschiebt. Hervorragend läuft es dafür allerdings beim wichtigsten Kunden TSMC aus Taiwan – der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um fast 40 Prozent. Der Konzern kauft allerdings offenbar weniger ASML-Maschinen, als das Unternehmen und der Markt erwartet hatten.
Nach Veröffentlichung der neuen Prognose stürzte die ASML-Aktie am Dienstag rund 16 Prozent ab. Aktuell ist sie im Tradegate-Handel weitere 4,2 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 643,70 Euro (Stand: 16.10.2024, 11:28 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie damit 9,9 Prozent eingebüßt, auf Jahressicht ist der Kurs 12,9 Prozent im Plus.
China-Geschäft in Bedrängnis
Der Einbruch von ASML an der Börse sandte Schockwellen durch die Branche, weltweit drehten Chipwerte ins Minus. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg betrugen die Verluste zusammengenommen mehr als 420 Milliarden Dollar, wie das "Handelsblatt" berichtet.
Seit dem Rekordhoch im Juli hat der Kurs von ASML über 30 Prozent verloren. Das hat vor allem politische Gründe: Die USA üben Druck auf die niederländische Regierung aus, den Export von Hightech-Produkten wie den Chip-Anlagen von ASML nach China stärker zu beschränken. Bereits Anfang September hatten die Niederlande ihre Exportbeschränkungen erneut verschärft. ECOreporter berichtete hier.
Die USA wollen so verhindern, dass die Volksrepublik hochmoderne Halbleiter herstellt, besonders für eine militärische Nutzung. Chinesische Chiphersteller gehören jedoch zu den wichtigsten Kunden von ASML.
ECOreporter schätzt die langfristigen Perspektiven von ASML weiterhin positiv ein, selbst wenn die hohen Erwartungen am Markt aktuell nicht erfüllt werden. Ohnehin ist der ASML-Kurs trotz der Verluste in den letzten Monaten noch immer überhitzt, das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 liegt bei hohen 42. Weitere Rücksetzer können dafür sorgen, dass die Aktie absehbar wieder attraktiver bewertet ist. Anlegerinnen und Anleger sollten sich auf dem aktuellen Kursniveau aber noch zurückhalten.
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ASML Holding N.V.: ISIN NL0010273215 / WKN A1J4U4
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