Bei ÖKORENTA dreht sich alles um das Erzeugen und Speichern von sauberem Strom. / Foto: ÖKORENTA Gruppe

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Bodenständig und sauber: Warum ein norddeutsches Finanzhaus komplett auf die Anlageklasse Erneuerbare Energien setzt

Die ÖKORENTA Gruppe aus Aurich setzt auf Erneuerbare Energien. Genauer gesagt: auf die Stromerzeugung mit Hilfe von Wind- und Solarkraftwerken und auf das Speichern des sauberen Stroms. Ein klimaschonendes Geschäftsmodell mit Langfrist-Perspektive?

Wer Jörg Busboom ärgern will, der muss wissen: Einen echten Norddeutschen, der in der Heimat fest verwurzelt ist, kann wenig aus der Ruhe bringen. Aber Busboom ist Vorstand der ÖKORENTA Invest AG und Finanzexperte. Als solcher reagiert er norddeutsch-ärgerlich, also kontrolliert, aber deutlich, wenn es um falsche Zahlen geht: Er sieht einem fest in die Augen und sagt: "Das hat ja nicht einmal Stammtischniveau!"

Das Märchen vom billigen Atomstrom


Jörg Busboom, Vorstand der ÖKORENTA Invest AG aus Aurich. / Foto: ÖKORENTA Gruppe

Die falschen Zahlen für solche "Mensch-ich-ärgere-Dich-Attacken" lassen sich einfach aus Talkshows und Medienberichten über die Energiewirtschaft in Deutschland zusammenklauben und Busboom präsentieren. Etwa das beliebte Zitat: "In Deutschland ist der Strom so teuer, weil wir so viele Erneuerbare-Energie-Kraftwerke haben und keine Atomkraftwerke mehr – im Gegensatz zu den schlauen Franzosen!" Wer solcherlei Argumentationen in den Geschäftsräumen der ÖKORENTA in Aurich lauthals äußert, der wird beliefert. Mit Fakten und Zahlen, mit Statistiken und Studien, mit Grafiken und Gegenargumenten. Etwa solchen: Ja, Frankreich bezieht bis zu zwei Drittel seines Stroms aus eigenen Atomkraftwerken. Wenn nicht wieder mal bis zur Hälfte der Atommeiler wegen Reparaturen oder Wasserknappheit außer Betrieb sind. Der staatliche Stromkonzern EDF, der die französischen Atomkraftwerke betreibt, verkauft seinen Strom bisher für 4,2 Cent pro Kilowattstunde.

Billiger Atomstrom also? Da lächelt Busboom. "Die 4,2 Cent sind nicht, wie es oft dargestellt wird, der Herstellungspreis. Den hütet EDF wie Coca-Cola das Ur-Rezept. 4,2 Cent sind lediglich der Preis, den EDF von Staats wegen nehmen muss. Das ist ein hoch subventionierter Preis!" Subventionen für Atomstrom? Man stutzt. Das ist schließlich das Gegenteil von dem, was man immer in den aufgeregten Diskussionen über Atomstrom zu hören bekommt.

Aber tatsächlich: Die EDF, dieser in deutschen Diskussionen so hoch profitabel erscheinende Atomriese, sitzt vor einem Finanzloch von fast 65 Milliarden Euro Schulden. Warum? Weil der Preis von 4,2 Cent, den EDF für die Kilowattstunde Atomstrom nimmt, bei weitem nicht kostendeckend ist. Demnächst wird EDF den Strom dann für rund 7 Cent pro Kilowattstunde verkaufen, damit die Schulden langsamer wachsen. Man vermutet aber, dass auch diese 7 Cent nicht kostendeckend sind. "Billiger Atomstrom", schüttelt Busboom den Kopf. "Wirklich nur dank der Subventionen des französischen Staats. Und wer zahlt die Subventionen am Ende? Die Französinnen und Franzosen mit ihren Steuergeldern!" Atomstrom sei in der Herstellung eben richtig, richtig teuer, sagt Busboom. Nach aktuellen Schätzungen kostet Atomstrom aus neuen Kraftwerken 11 bis 19 Cent pro Kilowattstunde.

Wer meint, Busboom mit weiteren Atomkraftsprüchen so richtig zu ärgern, liegt falsch: Es macht ihm anscheinend richtig Spaß, wenn jemand tiefer ins Thema einsteigt. Etwa mit dem Vorschlag, doch schnell neue und billige Atomkraftwerke zu bauen. "Die Atomnation Frankreich hatte 2004 beschlossen, ein neues Atomkraftwerk am Ärmelkanal zu bauen, in Flamanville. Eine Verzögerung folgte auf die andere, erst 20 Jahre später, im September 2024, ging der Meiler erstmals in Betrieb", erzählt Busboom.

Schon in den ersten 14 Tagen habe er sich aber aus Sicherheitsgründen zweimal wieder abgeschaltet. Wegen Schwachstellen im Reaktordeckel müsse dieser ausgetauscht werden, erläutert Busboom und zählt dann akribisch auf, was das neue AKW für eine Kostengeschichte hat: "Erst hieß es, es würde drei Milliarden Euro kosten. Aber die erwarteten Kosten stiegen, jedes Jahr wurde es teurer. Am Ende sollen es 13 Milliarden Euro geworden sein, plus fünf Milliarden Euro Finanzierungskosten!" Das sind rund 18 Milliarden und 20 Jahre für ein einziges neues AKW. Zweistellige Milliardenbeträge sind für ein neues Kernkraftwerk üblich, auch in England und Finnland. Dass am Anfang immer deutlich niedrigere Kosten veröffentlicht werden, gehört zur Strategie der Atomkraftlobby. In England und Finnland stiegen die Preise letztlich rund um das Vierfache.

Ein strahlendes Geschenk für die Enkel

Aber eins ärgert Busboom dann doch: "Keiner weiß, wo der Atommüll am Ende landen wird. Vor allem in Deutschland nicht", sagt er. Beispiel: Das stillgelegte AKW in Brunsbüttel, Luftlinie rund 150 Kilometer vom ÖKORENTA-Stammsitz in Aurich entfernt. Da stehen Hunderte See- und Schuttcontainer mit eigentlich harmlosem, nicht radioaktivem Müll. Den aber keine Deponie haben will. Und es gibt zwei riesige "Zwischenlager" für verseuchte Bauteile und alte Brennelemente, 965 Stück, 161 Tonnen hochradioaktives Material. Solche Zwischenlager gibt es auch bei anderen Kernkraftwerken.

"Zwischenlager hört sich geregelt an, das ist aber nur die Beschreibung dafür, dass da hochradioaktive Stoffe in Blechbehältern im Regen stehen", erklärt Busboom. Und das wird sich in nächster Zeit nicht ändern. Denn Deutschland hat schlicht und ergreifend kein Atommüll-Endlager. Die Suche – nur die Suche, nicht der Bau! – wird voraussichtlich bis 2074 dauern. Also noch knapp 50 Jahre. Und das sagt nicht etwa Greenpeace, sondern ein Gutachten im Auftrag des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Martin Schmedtje, der parteilose Bürgermeister von Brunsbüttel, rechnet sogar resigniert damit, dass Brunsbüttel noch bis zu 100 Jahre mit seinem nuklearen Erbe leben muss.

Jörg Busboom kennt all diese Fakten in- und auswendig. Resignation ist so gar nicht sein Ding, also sucht er Lösungen, die der Energiebranche, den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft helfen. Und wird nicht müde, sie zu erläutern: "Rund 39 Cent zahlt ein deutscher privater Haushalt 2025 pro Kilowattstunde Strom. Da ist der Grundpreis eingerechnet. Neukundentarife liegen pro Kilowattstunde oft unter 23 Cent." Nun beklagen deutsche Politiker ständig die hohen deutschen Energiekosten, und ja: Es gibt europäische Länder, in denen der Strom billiger ist. Weil sie nicht so viele teure Wind- und Solarkraftwerke haben? Der Text im Kasten zeigt die Fakten.

Unglaublich: Was Strom aus Wind- und Solarkraftwerken wirklich kostet 

Für den Strom, den Wind- und Solarkraftwerke ins Netz einspeisen, gibt es genaue Preisregeln im Gesetz. Für die kleinen Solaranlagen auf Hausdächern bekommt man z. B., wenn man den Strom teilweise selbst verbraucht und teilweise ins Netz einspeist, 8 Cent pro Kilowattstunde. Der weitaus größte Teil des grünen Stroms kommt aber aus größeren Kraftwerken, also Windrädern und großen Solaranlagen. Die Gesellschaften, die Windräder und große Solarkraftwerke betreiben, bekommen 5 bis 7 Cent pro Kilowattstunde, wenn die Anlagen in den letzten Jahren in Betrieb gegangen sind. 

Das sind die offiziellen Zahlen der Bundesnetzagentur. Sehr wenig Geld also. Wie ist das möglich? Der Hintergrund: Wer heute ein großes, sauberes Kraftwerk ans Netz bringen will, der braucht zig Genehmigungen, meterweise Akten, viel Zeit, Gutachten für Naturschutz, technische Erlaubnisse, Statik und anderes. Wenn man das alles beisammen hat – und das kann beispielsweise für einen Windpark viele Millionen gekostet haben – kann man trotzdem noch keinen Windpark bauen. Man muss sich an einer Auktion der Bundesnetzagentur beteiligen, wenn man die Einspeisevergütung nach dem EEG erhalten will.

Die Bundesnetzagentur versteigert, verkürzt dargestellt, beispielsweise 50 Windpark-Erlaubnisse im ersten Halbjahr des Jahres. Wer den billigsten Strompreis anbietet, der hat gewonnen. Aber keinesfalls bekommt man mehr als 7 Cent pro Kilowattstunde (es waren in manchen Jahren auch 5 oder 6 Cent. Und für Windkraftwerke auf hoher See lagen die Preise noch einmal weit, weit darunter). Wer sicher sein will, einen Zuschlag zu erhalten, der bietet schön niedrig an. Denn wer einen Preis nennt, der einen Tick über demjenigen liegt, der mit seinem Preis noch den Platz Nummer 50 gekapert hat, der bekommt nicht die gesetzliche Einspeisevergütung nach dem EEG; er kann den Strom nur noch selbst vermarkten. Wer in einer solchen Auktion den Zuschlag bekommt, darf sein geplantes Kraftwerk bauen und den Strom ins Netz einspeisen. Zu dem Preis, der sich aus der Auktion ergeben hat.

Und wenn die Strompreise aus irgendeinem Grund steigen, etwa wegen galoppierender Inflation? Die einmal festgelegte Einspeisevergütung bleibt für 20 Jahre. Wie das möglich ist? Erneuerbare-Energie-Kraftwerke arbeiten mit Rohstoffen, deren Preise von der Inflation nicht berührt sind. Weil sie nichts kosten: Sonne und Wind. Das ist einer der Hauptunterschiede zu Öl, Kohle, Gas oder Uran. Wobei allerdings auch bei den Erneuerbaren Betriebskosten wie Wartung, Instandhaltung, Pacht und andere steigen. 

In den nächsten Jahren dürfte es gesetzliche Änderungen geben, die dazu führen sollen, dass die Erneuerbaren sich am Markt selbst durchsetzen, ohne Fördermechanismen. Energiespeicher für Gewerbe und Haushalte dürften zudem dazu führen, dass der Strompreis sinken kann.

Während alle Preise klettern, sorgen die Erneuerbaren Energien über Jahrzehnte dafür, dass der Strom in der Produktion nicht teurer wird. Nur liegen zwischen Stromproduktion und Steckdose zu Hause einige Etappen, die den Strompreis steigen lassen: der Vertrieb, die Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Und so werden dann aus beispielsweise 6 Cent für den Solar- oder Windstrom für den Verbraucher das Vier- bis Siebenfache. Unschön – aber nicht Schuld der Erneuerbaren. Ohne die wäre der Strom deutlich teurer. Und die Versorgungssicherheit würde sinken. Denn wer Gas und Uran kaufen muss, um Strom herzustellen, ist auf Energieimporte aus autoritären Regimen angewiesen. Zudem schaffen dezentrale Erzeugungsstrukturen mit Tausenden mittelgroßen Kraftwerken Resilienz gegen Ausfälle oder Anschläge auf die Strominfrastruktur.

Watt eine Rendite

Wind- und Solarkraftwerke tragen dazu bei, dass weniger Treibhausgas bei der Stromerzeugung entsteht, denn sie verursachen im Betrieb kaum oder gar keine CO2-Emissionen. Damit gibt es auch weniger Luft- und Wasserverschmutzung, was sich wiederum positiv auf die Ökosysteme auswirkt. Und Sonnen- und Windenergie sind unerschöpflich. Das alles sind bekannte Vorteile – aber ist das nicht alles erkauft mit einem Riesen-Nachteil: deutlich weniger Effizienz als Kohle- und Gaskraftwerke?

Der elektrische Wirkungsgrad moderner Kohlekraftwerke liegt bei bis zu 46 Prozent, ältere kommen auf rund 35 Prozent. Das heißt: Über die Hälfte, oft sogar zwei Drittel der Energie, die man in ein Kohlekraftwerk hineinsteckt (also die Kohle), erzeugen gar keinen Strom. Sie gehen stattdessen schlichtweg als Wärme verloren. Bei manchen Kraftwerken wird allerdings die Abwärme genutzt, etwa für industrielle Prozesse. Das ist die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung, die dann noch einen weiteren Teil der Energie, die in jedem Brocken Kohle steckt, verwertet. Aber insgesamt: Es wird viel Energie verschwendet, daher auch die hohen CO2-Emissionen.

Gaskraftwerke erreichen einen Wirkungsgrad von circa 39 Prozent. Wenn sie heutzutage als Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke (GuD) gebaut werden, steigt der Wirkungsgrad auf bis zu 60 Prozent. Der Grund: Die Abwärme wird ebenfalls genutzt. Aber natürlich verursachen alle Gaskraftwerke hohe CO₂-Emissionen, selbst wenn sie die Energie jedes Kubikmeters Gases zu 60 Prozent nutzen. Mit anderen Worten: Selbst wenn sie die Energie zu 100 Prozent nutzen würden, würden im Betrieb CO₂-Emissionen entstehen.

Sie dienen aber als flexible Ergänzung für Erneuerbare Energien. Im Betrieb sind sie zwar teurer als Kohlekraftwerke, aber günstiger im Bau und nach dem Start des Betriebs deutlich schneller auf Leistung zu bringen.

Einwegenergie oder unendlich viel Energie?

So weit die Effizienz der Kohle- und Gaskraftwerke. Und nun zur Effizienz der Wind- und Solarkraftwerke. Da gibt es seit Jahrzehnten Behauptungen, die immer wieder wiederholt werden. Etwa, dass sie eine negative Energiebilanz hätten, da für ihre Herstellung, ihren Auf- und Abbau sowie ihr Recycling mehr Energie nötig sei, als sie jemals produzieren würden. Wie sieht nun die Energieeffizienz von Solarenergieanlagen tatsächlich aus? Ihr Wirkungsgrad zeigt an, wie viel Prozent der einfallenden Sonnenenergie in Strom umgewandelt wird. Moderne Photovoltaik-Module erreichen über 20 Prozent, manche mittlerweile 25 Prozent. Im Labor schaffen spezielle neue Solarzellen bis zu 50 Prozent, aber da ist eine Serienreife noch nicht absehbar. Wie auch immer: 20 bis 25 Prozent sind deutlich weniger als gut 30 bis 60 Prozent bei Kohle- und Gaskraftwerken. Also: Solarenergie auf der Verliererseite?


Freiflächen-Solaranlage in Margarethenried in Bayern. Solarmodule liefern für Jahrzehnte sauberen Strom. / Foto: ÖKORENTA Gruppe

"Natürlich nicht, auch wenn die Gegner seit Jahren versuchen, das so hinzustellen", lacht Busboom. Denn das wirklich Wichtige sei ja nicht, wie viel Strom ein Solarmodul an einem Tag aus der Sonne hole, sondern dass es das Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr tue. "Den Kohlebrocken verbrennt man aber nur ein einziges Mal – dann ist er weg", sagt Busboom. Einwegbrennstoff sozusagen.

Aber verlieren die Solarmodule nicht an Wirkung? "Ja, tun sie. Oft liefern sie aber nach 20 Jahren noch 85 Prozent der Leistung, die sie anfangs brachten. Diese Verluste sind also sehr gering und deutlich weniger, als oft behauptet wird." Studien des Fraunhofer ISE zeigen: Es sind etwa 0,15 Prozent pro Jahr an Leistungsverlust. Die ÖKORENTA Gruppe kalkuliert vorsichtshalber 0,4 Prozent pro Jahr ein.

Übrigens arbeiten moderne Module auch bei bewölktem Himmel effizient, oft schon mit 80 Prozent ihrer möglichen Höchstleistung. Und die gesamte Herstellung, der Transport, der Aufbau einer Solaranlage verbrauchen nur so viel Energie, wie die Anlage an einem durchschnittlichen Sonnenstandort in nur einem Jahr liefert. "Nach 12 Monaten ist die Energiebilanz positiv", sagt Busboom. Bei Kohle- und Gaskraftwerken bleibt die Energiebilanz immer negativ. Natürlich ist auch für ihren Aufbau Energie notwendig, aber vor allem müssen Kohle (oft aus Südamerika) und Gas (mittlerweile oft aus den USA als Flüssiggas) auch transportiert werden.

Vor allem aber ist der Energiegehalt jeder Tonne, jedes Kubikmeters nach einem einzigen Verbrennungsvorgang für immer verloren. Während beispielsweise Solarmodule nach dem ersten Jahr noch meist 29 weitere Jahre Energie erzeugen – einfach aus der Sonne. "Das erfordert meist wenig mehr Investition, als zwischendurch auf den Modulen Staub zu wischen", meint Busboom. Der Energie-Renditefaktor, kurz EROI, betrage 20 bis 40. Anders ausgedrückt: Sie geben über ihre Lebensdauer 20- bis 40-mal so viel Energie aus der Sonne zurück, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung aufgewendet wurden.

Und wie ist es bei den Windenergieanlagen? Die liefern laut vieler Studien in ihrem Leben – das mehrere Jahrzehnte dauern kann – im Durchschnitt 40- bis 80-mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung benötigt wird, weiß Busboom. Gehört zu einer Erneuerbare-Energie-Anlage ein Stromspeicher, kann es ein bis zwei Jahre dauern, bis die gesamte Energie, die für Solaranlage und Stromspeicher, für Herstellung, Nutzung und Entsorgung nötig war, wieder erzeugt worden ist. Und ab dann ist auch hier die Energiebilanz nur noch positiv.

40 bis 80 Mal so viel heraus wie hinein

Bleibt noch eine Frage: Brauchen wir überhaupt so viel Strom, bewirken die vielen Energiesparmöglichkeiten nicht eher, dass der Bedarf Jahr für Jahr sinken wird? Busboom ist sich sicher: "Der weltweite Energiehunger wächst. Die Elektromobilität kommt, die Wärmeversorgung über Wärmepumpen ist jetzt schon stärker als noch vor wenigen Jahren, und sie wächst weiter schnell. Dann haben wir den Ausbau von Rechenzentren, wir haben riesige Serverfarmen, wir haben auch in der Industrie mehr und mehr Strombedarf, der durch Strom gedeckt werden soll. Und die billigste und sicherste sowie klimaschonendste Möglichkeit dafür ist schlichtweg das, was wir seit Jahren vorantreiben: die Energiewende, vor allem mit Wind- und Solarkraftwerken!"

Die ÖKORENTA Zukunfts-Stiftung 

Die ÖKORENTA Gruppe will die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise durch eine Stiftung unterstützen und entsprechende Projekte fördern, insbesondere in der Region Ostfriesland. Eine in einem Moor gelegene Renaturierungsfläche  wurde erworben, die einheimischen Arten als Rückzugsort dient und CO₂ speichert. An vier ostfriesischen Standorten bilden Blühflächen inmitten intensiv genutzter landwirtschaftlicher Flächen Ausgleich für die Natur. Hier können sich nun beispielsweise Bienen tummeln, Vögel finden Nistplätze, selten gewordene Pflanzen siedeln sich an. Weitere Flächen, die den Bedürfnissen der Menschen sowie der Tier- und Pflanzenwelt Rechnung tragen, sollen hinzukommen. Das Vermögen der Stiftung besteht neben dem Gründungskapital aus Geldschenkungen; es soll dem Erhalt der Umwelt dienen, dem Naturschutz, insbesondere der Artenvielfalt, und der Förderung regenerativer Energien.

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