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Chiphersteller TSMC: 9 Milliarden Euro Gewinn, Erwartungen übertroffen
Der taiwanesische Chip-Auftragsfertiger TSMC hat im dritten Quartal 2024 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Der Konzern profitiert weiterhin von der hohen Nachfrage nach Chips für Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI). Auch für den weiteren Jahresverlauf ist TSMC optimistisch.
Im abgelaufenen dritten Quartal stieg der operative Gewinn um 58 Prozent auf knapp 361 Milliarden Taiwan-Dollar (10,3 Milliarden Euro), wie TSMC mitteilte. Netto verdiente TSMC mit gut 325 Milliarden Taiwan-Dollar (9,3 Milliarden Euro) etwa 54 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Zahlen beruhigen den Markt nach ASML-Schock
Bereits Anfang des Monats hatte TSMC ein überraschend deutliches Umsatzplus von 36 Prozent auf 760 Milliarden Taiwan-Dollar (21,5 Milliarden Euro) gemeldet. ECOreporter berichtete hier. Sowohl Umsatz als auch Gewinn lagen über den Erwartungen der Analysten. Getragen wurde das starke Wachstum von einem guten Geschäft mit KI- und Smartphone-Chips, wie TSMC-Finanzchef Wendell Huang erklärte.
Auch für den Rest des Jahres rechnet der Konzern mit starken Geschäften. Im laufenden vierten Quartal soll der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erneut um mehr als ein Drittel steigen, so TSMC. Auch der Gewinn soll deutlich höher ausfallen als im Vergleichszeitraum 2023, hier nannte TSMC aber keine konkreten Zahlen.
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TSMC ist der wichtigste Lieferant des US-Chipentwicklers Nvidia, der den Markt für KI-Chips dominiert. Mit den Grafikprozessoren (GPU) des US-Konzerns werden die rechenintensiven KI-Modelle trainiert, die bei vielen Unternehmen zum Einsatz kommen. Auch der iPhone-Hersteller Apple, knapp vor Nvidia das wertvollste Unternehmen der Welt, ist Großkunde von TSMC.
Am Dienstag hatte der weltweit wichtigste Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion, der niederländische Konzern ASML, den Markt mit einer gesenkten Prognose für 2025 geschockt. Chipaktien gaben daraufhin weltweit nach, innerhalb weniger Stunden wurde ein Börsenwert von 420 Milliarden US-Dollar vernichtet, wie der Finanzinformationsdienst Bloomberg errechnete.
ASML verzeichnet eine deutlich schwächere Nachfrage als erwartet, erste Analysten befürchteten daher, dass der KI-Boom nun deutlich nachlässt. Die TSMC-Zahlen und besonders die positive Prognose wirken nun beruhigend auf den Markt.
Die TSMC-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 7,8 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 186,20 Euro (Stand: 17.10.2024, 11:02 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 19,9 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist der Kurs um 116,3 Prozent gestiegen.
Das größte Risiko ist China
TSMC profitiert wie auch Nvidia extrem vom KI-Boom, in den letzten fünf Jahren hat die Aktie 306 Prozent zugelegt. Das größte Risiko für das Unternehmen bleibt aber China. TSMC produziert den Großteil seiner Halbleiter in Taiwan, das von China als abtrünnige Provinz betrachtet wird. Die USA befürchten, dass das Regime der Volksrepublik versuchen wird, Taiwan innerhalb der nächsten drei Jahre zu annektieren. Das könnte den Stillstand der TSMC-Produktion bedeuten, auch weil ASML, der weltweit wichtigste Hersteller von Maschinen für die Chipfertigung, seine Anlagen wohl aus der Ferne abschalten kann.
Aktuell gibt das Unternehmen Dutzende von Milliarden Dollar aus, um neue Standorte etwa in den USA, Japan und Deutschland zu errichten. Die kompletten Kapazitäten in der Produktion wird TSMC mit ausländischen Fabriken aber nicht auffangen können, zumal es Jahre dauert, diese zu bauen.
ECOreporter sieht die TSMC-Aktie daher weiterhin nur als ein Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger. Zu teuer ist die Aktie nicht: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 liegt bei vertretbaren 29, für 2025 bei 23. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 ist mit 1,5 Prozent für einen Tech-Konzern ordentlich.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: ISIN US8740391003 / WKN 909800