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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Clearvise will erstmals Dividende zahlen – Geschäfte sollen 2025 besser laufen
Das Frankfurter Erneuerbare-Energie-Unternehmen Clearvise hat 2024 wie erwartet weniger Umsatz und Gewinn erzielt, gleichzeitig aber seinen Anlagenbestand ausgebaut und neue Kooperationen abgeschlossen. Nun will das Unternehmen erstmals eine Dividende ausschütten. Für 2025 erwartet Clearvise bessere Ergebnisse.
Der Umsatz des Konzerns betrug im Geschäftsjahr 2024 36 Millionen Euro und fiel damit 16 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Er lag innerhalb der prognostizierten Spanne von 35,5 bis 37 Millionen Euro.
Clearvise zahlt erstmals Dividende
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank im Vergleich um 24 Prozent auf 23 Millionen Euro, lag damit aber ebenfalls im erwarteten Rahmen. Der Nettogewinn brach um 94 Prozent auf 444.000 Euro ein.
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Den Rückgang bei Umsatz und Gewinn hatte Clearvise erwartet. Zum einen verkaufte das Unternehmen seine finnischen Windparks, was zu einer geringeren Stromproduktion führte; auch schlechte Windverhältnisse und wenig Sonne machten dem Unternehmen zu schaffen. Zum anderen stabilisierten sich die Strompreise insbesondere in Deutschland auf einem niedrigeren Niveau.
Wie Clearvise erklärte, baute das Unternehmen trotz eines "nicht einfachen" Marktumfelds sein Anlagenportfolio weiter aus. Der Konzern konnte "weitere Wind- und PV-Parks sowie Entwicklungsprojekte zu attraktiven Renditen erwerben", so Clearvise-Chef Manuel Sieth.
Zudem startete das Unternehmen über das Kooperationsprogramm clearPartners auf dem italienischen Markt. Clearvise befindet sich laut Sieth für 2025 "in einer starken Position, um unser Portfolio gezielt in unseren Kernländern auszubauen".
Mit dem Portfolioausbau soll sich die Stromproduktion 2025 von 441 Gigawattstunden (GWh) auf 529 bis 557 GWh erhöhen. Damit könnten auch die 533 GWh aus 2023 wieder übertroffen werden.
Den Umsatz für das laufende Geschäftsjahr erwartet Clearvise in einer Spanne von 43,3 bis 45,5 Millionen Euro, hauptsächlich dank gesicherter Preise durch langfristige Stromabnahmeverträge (Purchase Power Agreements, PPAs). Aufgrund der höheren Umsätze erwartet das Unternehmen auch ein steigendes bereinigtes EBITDA von 27,1 bis 29,2 Millionen Euro.
Für sein Geschäftsjahr 2024 will der Konzern zudem erstmals eine Dividende zahlen. Geplant ist eine Ausschüttung von 0,06 Euro je Aktie. Beim aktuellen Aktienkurs entspricht das einer hohen Dividendenrendite von 3,6 Prozent.
Nur für Mutige
Im gettex-Handel ist die Clearvise-Aktie aktuell 0,6 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 1,69 Euro (Stand: 17.4.2025, 11:13 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 1,7 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich gab der Kurs um rund 18 Prozent nach.
Clearvise ist ein eher kleines Unternehmen, das mit deutlich größeren Anbietern um attraktive Anlagenstandorte im Wettbewerb steht. Der weitere Unternehmenserfolg wird vor allem davon abhängen, inwieweit dem Unternehmen der Ausbau des Portfolios gelingt. Umsatz und Ergebnis sind zuletzt drei Jahre in Folge gesunken, das lag aber auch an der absehbaren Normalisierung der Strompreise.
Seine Wachstumsversprechen für 2025 einhalten zu können, wäre ein wichtiger Schritt für Clearvise. Ein Risiko für Investoren bleiben die anhaltenden Übernahmegerüchte: Die schwedische Investmentgesellschaft EQT, größter Anteilseigner von Clearvise, wird schon länger als möglicher Käufer gehandelt.
Die Clearvise-Aktie hat sich nicht gut entwickelt: Seit August 2022 geht es für den Kurs nach einem zwischenzeitlichen Anstieg stetig abwärts, auf drei Jahre hat das Papier 32 Prozent an Wert eingebüßt. Zwar hat Clearvise als Wachstumsunternehmen weiterhin Potenzial. ECOreporter schätzt die Aktie aber nach wie vor nur als Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger ein, die langfristig planen und Kursschwankungen aussitzen können. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2025 liegt bei sehr hohen 87.
Clearvise AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA
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