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Crowd-Pleiten: Fehlende Jahresabschlüsse sind ein Warnsignal
In Zeiten gestiegener Kreditzinsen und wackeliger wirtschaftlicher Aussichten sind junge Unternehmen, die frisches Geld brauchen, besonders gefährdet. Entsprechend hoch sind die Risiken für Anlegerinnen und Anleger, die über Crowd-Angebote in diese Firmen investiert haben.
Die Zeitschrift „Stiftung Warentest Finanzen“ (ehemals „Finanztest“) hat sich die langfristige Entwicklung im Crowd-Bereich angesehen. Das Ergebnis: Von den etwa 2.500 nachhaltigen und nicht-nachhaltigen Crowd-Investments, die von 2015 bis 2022 bei der Finanzaufsicht BaFin angemeldet wurden und tatsächlich Geld einwarben, haben mittlerweile 313 Anbieter Insolvenz angemeldet oder sind aus dem Handelsregister gelöscht.
Die Rück- und Zinszahlungen von weiteren mehr als 400 Angeboten laufen nicht planmäßig. Bei der Plattform Rockets betrifft dies beispielsweise fast ein Drittel der Projekte, bei Dagobertinvest mehr als 40 Prozent.
Sehr viele Jahresberichte fehlen
Als ein Warnsignal nennt „Stiftung Warentest Finanzen“ Verzögerungen bei Jahresabschlüssen. Von den untersuchten Crowd-Unternehmen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, hatten laut der Zeitschrift knapp 80 Prozent ihren Jahresabschluss 2023 bis Mitte Februar 2025 nicht veröffentlicht. Bei mehr als 50 Prozent fehlte sogar noch der Jahresabschluss 2022. Finanzberichte müssen eigentlich innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss eines Geschäftsjahres vorliegen.
Besonders riskant sind Crowd-Investments, bei denen Anlegerinnen und Anleger Unternehmen Nachrangdarlehen gewähren. Hier können Rück- und Zinszahlungen bereits gestoppt werden, wenn eine Firma durch diese Zahlungen Liquiditätsprobleme bekommen könnte, also bereits vor einer Insolvenz. Einige Crowd-Plattformen verzichten daher mittlerweile auf Nachrangdarlehensangebote und vermitteln stattdessen Wertpapiere. Allerdings sollten Anlegerinnen und Anleger beachten, dass auch über die Crowd angebotene Wertpapiere (z.B. Anleihen) manchmal einen Nachrang aufweisen.
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