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Erneuerbare Energie, Meldungen
Deutschland: Kohlestrom auf niedrigstem Stand seit 50 Jahren
Kohlestrom ist in Deutschland auf dem Rückzug, 2025 war die Erzeugung auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 50 Jahren. Das zeigen Zahlen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE). Während Windkraft die wichtigste Energiequelle blieb, überholte Solarenergie erstmals die Kohle.
Die Nettostromerzeugung aus Braun- und Steinkohle betrug laut Fraunhofer ISE im vergangenen Jahr insgesamt rund 95 Terawattstunden (TWh). 2024 waren es 97 TWh. Der Kohle-Anteil am gesamten deutschen Strommix fiel von 23 auf 22,4 Prozent. Die Nettostromerzeugung ist der Strom, der tatsächlich ins öffentliche Netz eingespeist wird.
Kohlestrom auf niedrigstem Stand seit den 50ern
Die Bruttostromerzeugung aus Kohle, also die gesamte erzeugte Strommenge inklusive des Eigenbedarfs von Kraftwerken, lag laut einem Bericht des "Spiegel" unter Verweis auf weitere Fraunhofer ISE-Daten 2025 bei 106 TWh. Dies war demnach eine Terawattstunde weniger als 2024 und der niedrigste Wert seit 1956.
"Die Kohleverstromung lohnt sich ökonomisch oft nicht mehr", sagte Bruno Burger vom Fraunhofer ISE dem "Spiegel". Durch die hohen Preise für Emissionsrechte sei Kohlestrom sehr teuer geworden. Burger erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin außerdem, dass der Braunkohleabbau 2025 auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahrhundert gefallen sein dürfte. 2024 war die Förderung auf das Niveau von 1916 gefallen.
Die Kohlendioxidemissionen aus der Kohleverstromung stiegen nach ersten Hochrechnungen gegenüber dem Vorjahr allerdings um 4 Prozent. Gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 sind sie um 69 Prozent gesunken. Über alle Quellen der deutschen Stromerzeugung hinweg lagen die Emissionen bei 160 Millionen Tonnen und stagnierten damit auf dem Niveau von 2024. Der endgültige Kohleausstieg ist in Deutschland weiterhin erst für 2038 geplant.
Stärkster Nettostromerzeuger war 2025 die Windkraft, obwohl die Produktion aufgrund schlechterer Windverhältnisse mit 132 TWh um 3,2 Prozent niedriger ausfiel als im Vorjahr. Der Anteil von Wind an Land (Onshore) betrug etwa 106 TWh, Wind auf See (Offshore) erzeugte rund 26 TWh.
Hinter den Ausbauzielen bei der Windenergie blieb Deutschland aber zurück: Für Ende 2025 war eine installierte Leistung von 76,5 Gigawatt (GW) vorgesehen, tatsächlich installiert sind Stand Januar 2026 nur 68,1 GW. Onshore wurden im vergangenen Jahr 4,5 GW neue Leistung zugebaut, Offshore nur 0,29 GW.
Solar jetzt zweitgrößte Stromquelle
Deutlich zugelegt bei der Stromerzeugung hat die Solarenergie. Photovoltaikanlagen speisten 2025 knapp 87 TWh Strom ins Netz ein, 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit rückte die Solarenergie bei der Stromerzeugung auf Platz zwei vor und überholte nicht nur Kohle, sondern auch Erdgas. Knapp 71 TWh des erzeugten Solarstroms wurden in das öffentliche Netz eingespeist und 16,9 TWh selbst verbraucht.
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Der starke Anstieg der Solarstromerzeugung ist ein EU-weiter Trend, wie Fraunhofer ISE erklärte. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik lag in den EU-Ländern 2025 mit 275 TWh demnach erstmals über der Summe aus Braun- und Steinkohle mit 243 TWh. In zehn Jahren hat sich die Erzeugung aus Photovoltaik damit verdreifacht, die Kohlestromerzeugung ging dagegen um 60 Prozent zurück.
Ratschläge für klimaschonende Investments erhalten Sie etwa mit den jeweils zweiteiligen ECOreporter-Dossiers zu Windaktien und zu Solaraktien.