Wind und Solaranlagen brauchen Platz. Wie es um die Flächenzuweisung in Deutschland steht. / Foto: Pixabay

  Erneuerbare Energie

Platz für Wind und Solar: So läuft der Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland

Bis 2030 sollen Erneuerbare Energien rund 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken – dafür braucht es Platz für Wind- und Solaranlagen. Eine aktuelle Untersuchung der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeigt, wie weit die Bundesländer bei der Flächenausweisung für Windenergie und Solar sind.

Für die Windenergie hat der Bund jedem Bundesland eigene Flächenziele auferlegt, bis 2030 sind insgesamt 2 Prozent der Landesfläche für den Ausbau vorgesehen. Nach einer Auswertung des Bund-Länder-Kooperationsausschusses waren Ende 2024 etwas mehr als ein Prozent der Fläche Deutschlands als Windenergiegebiete ausgewiesen.

Windausbau erreicht Ziele nicht

Effektiv liegt die Fläche aber wohl nur bei 0,73 Prozent. Hessen und Bremen haben ihre Zwischenziele für 2027 laut der AEE-Untersuchung bereits übertroffen. Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind demnach "auf einem guten Weg, die Ziele zu erreichen oder teilweise sogar zu übertreffen". In den übrigen Ländern besteht laut Bericht weiterhin Handlungsbedarf.

Beim tatsächlichen Ausbau der Windkraft besteht ebenfalls unverändert Nachholbedarf. Das für 2024 vorgesehene Zwischenziel von 69 Gigawatt (GW) im Bereich Windenergie wurde der AEE zufolge um 5,4 GW verfehlt. Immerhin sind im letzten Jahr bundesweit 14,5 GW genehmigt worden – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Genehmigungsdauer konnte zudem von 10,8 auf 9,8 Monate reduziert werden. Spitzenreiter beim Ausbau war im vergangenen Jahr NRW.

Für den Ausbau von Solaranlagen auf Freiflächen existieren bislang keine vom Bund vorgegebenen Flächenziele. Der Ausbau erfolgt abhängig von Verfügbarkeit, der Wirtschaftlichkeit der Projekte und, soweit erforderlich, von kommunalen Planungsentscheidungen.

Bund kann Solar-Standorte privilegieren

Bestimmte Standorte werden vom Bund außerdem privilegiert. So werden etwa Anlagen auf Brachflächen, Seitenstreifen entlang von Autobahnen und Schienen sowie auf landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten bevorzugt. Der Staat fördert auch besondere Solaranlagen wie etwa Agri-PV, bei denen landwirtschaftliche Flächen und Solarparks kombiniert werden.

Die Bundesländer können auch selbst Gebiete festlegen, in denen der Bau von Solarparks vorrangig ermöglicht werden soll. Die Zuständigkeit für die Flächenausweisung liegt aber überwiegend bei den Kommunen. Etwa 0,1 Prozent der Bundesfläche waren Ende 2024 von Freiflächenanlagen belegt. Dieser Anteil könnte bis 2040 auf 0,5 Prozent steigen.

Mit einer installierten Gesamtleistung von fast 100 GW, davon knapp 30 GW aus Freiflächenanlagen, wurde der Zielwert von 88 GW für das Jahr 2024 übertroffen. Zuletzt hat sich der Solarzubau allerdings verlangsamt.

Lesen Sie auch die zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

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