Der Fonds ist unter anderem in den US-Medizintechnikanbieter Medtronic investiert. / Foto: Medtronic

  Fonds / ETF, ECOfondstest

Im Test: Ökoworld Smart Portfolio 70

Der grüne Fondsanbieter Ökoworld hat seinen Rock 'n' Roll Fonds in Ökoworld Smart Portfolio 70 umbenannt und auch das Anlagekonzept leicht erweitert. Der Fonds investiert jetzt neben nachhaltigen Aktien, Anleihen und anderen Fonds auch in Gold. ECOreporter hat den Mischfonds neu getestet.

Der Ökoworld Smart Portfolio 70 startete 2008 unter dem Namen Ökoworld Trust. Bis 2013 war er ein Dachfonds, legte also in erster Linie in andere Fonds an. 2017 benannte ihn das nachhaltige Fondshaus Ökoworld aus Hilden bei Düsseldorf in Ökoworld Rock ‘n’ Roll Fonds um. Seit Mitte April diesen Jahres heißt der Fonds Ökoworld Smart Portfolio 70.

Die Firmen im Fonds kommen unter anderem aus den Bereichen Gesundheit, IT, Wassertechnik und erneuerbare Energie. 78 Prozent des Fondsvermögens stecken in Aktien, dazu kommen einige Anleihen sowie Beteiligungen am Ökoworld-Schwellenländerfonds und einem Kita-Fonds. Seit der letzten Umbenennung kann der Fonds auch in Gold investieren. Zum Testzeitpunkt ist er mit knapp 5 Prozent seines Vermögens an einem Gold-ETC von HANetf beteiligt. Der Ökoworld Smart Portfolio 70 darf nur in Goldprodukte anlegen, die Mindestkriterien einhalten. Beispielsweise muss das Edelmetall zu 100 Prozent physisch hinterlegt und vollständig nach dem technischen Standard LBMA Good Delivery zertifiziert sein. 

Jahreskosten gesenkt

Die Auswahlkriterien sind wie bei allen Ökoworld-Fonds streng: Zahlreiche kontroverse Branchen wie Kohle, Öl, Atomenergie, Chlorchemie und Rüstung sind komplett tabu, auch Zulieferer werden ausgeschlossen (eine vollständige Liste der Ausschlusskriterien finden Sie unten). ECOreporter hat den kompletten Fondsbestand überprüft und keine Verstöße gegen die Anlagerichtlinien festgestellt.

Ökoworld lässt sich nicht wie andere Fondsanbieter von Ratingagenturen eine hellgrüne Wertpapierliste zusammenstellen, sondern wählt seine Investments selbst aus. Das kostet viel Zeit und damit auch Geld. Dennoch hat man die Jahreskosten mit der letzten Umbenennung um etwa 0,5 Prozent auf 1,76 Prozent gesenkt.

Ein ECOreporter-Siegelfonds

Im ECOfondstest erhält der Ökoworld Smart Portfolio 70 die Nachhaltigkeitsnote 1,5. Damit gehört er zu den grünsten bislang von ECOreporter geprüften Fonds. Weil er in allen Nachhaltigkeitsbereichen überzeugen kann, trägt er das ECOreporter-Siegel.

Den vollständigen Fondstest finden Sie weiter unten. Sie können sich den Test rechts oben auch als kostenfreies PDF herunterladen.

ECOreporter testet regelmäßig nachhaltige Aktienfonds, Mischfonds, Rentenfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Eine Übersicht über die ECOfondstests liefert Ihnen die Redaktion hier.

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Einzeltest
Mischfonds

Ökoworld Smart Portfolio 70


Finanzen: Der Fonds hat in den letzten 12 Monaten 13,7 % an Wert gewonnen (29.5.2025 – 29.5.2026). Ein ähnlich gewichteter Mix aus dem Aktienindex MSCI World und dem Anleihenindex Merrill Lynch Global kam im gleichen Zeitraum auf ein Plus von 18 %. Auf 10 Jahre gesehen hat der Fonds knapp 50 % zugelegt (Vergleichsindex-Mix: plus 175 %). Etwas höhere Jahresgesamtkosten von 1,76 %. Zudem wird bei Überschreiten des Höchstkurses (High-Watermark) und der Mindestperformance von 6 % eine Performance-Gebühr von maximal 10 % der jährlichen Wertsteigerung erhoben.

Risiko: Totalverlust unwahrscheinlich. Teilverluste möglich. Im Vergleich mit anderen aktienlastigen Mischfonds durchschnittliche Wertschwankungen.

Unternehmen im Fonds: AstraZeneca (Pharmazie), Nordex (Windräder). / Fotos: UnternehmenUnternehmen im Fonds: AstraZeneca (Pharmazie), Nordex (Windräder). / Fotos: Unternehmen
Unternehmen im Fonds: AstraZeneca (Pharmazie), Nordex (Windräder). / Fotos: Unternehmen

Nachhaltigkeit: Der Fonds will ausschließlich in Unternehmen investieren, die positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben. In der Wertpapierliste finden sich Erneuerbare-Energien-Firmen (Vestas, Nordex, Nextpower, PNE) und Halbleiterkonzerne (Advantest, TSMC, Micron, Nvidia). Außerdem Unternehmen aus den Bereichen Wassertechnik (Zurn Elkay, Advanced Drainage Systems, Kurita Water) und Gesundheit (AstraZeneca, Jazz Pharmaceuticals, Medtronic, Tenet Healthcare). Ebenfalls im Fonds sind u.a. der Streamingdienst Spotify, die Europäische Investmentbank und der ECOreporter-Aktien-Favorit Storebrand. Der Fonds ist auch am Schwellenländerfonds Ökoworld Growing Markets 2.0 und einem Gold-ETC beteiligt. 78 % des Fondsvermögens sind in Aktien angelegt, 11 % in Anleihen (überwiegend Green Bonds) und Fonds (Rest: Gold und Barbestand). Komplett tabu sind u.a. Unternehmen, die Geld verdienen mit Waffen/Rüstung, Atomenergie, Kohle, Öl, Tabak oder Pestiziden. Die Ausschlusskriterien sind streng: Sie umfassen auch Zulieferer. Ökoworld verlässt sich nicht auf externe ESG-Ratings, sondern führt das Nachhaltigkeits-Research selbst durch. Nach ECOreporter-Recherchen verstößt keines der zum Testzeitpunkt 82 Unternehmen und Länder im Fonds gegen die Auswahlkriterien. Der Fonds hat keinen Nachhaltigkeitsbeirat.

Transparenz: Ökoworld veröffentlicht einmal im Monat die vollständige aktuelle Wertpapierliste und berichtet regelmäßig über die Nachhaltigkeit ausgewählter investierter Unternehmen. Der Fondsanbieter informiert zudem sehr ausführlich über Nachhaltigkeitskonzept und Auswahlverfahren des Fonds.

Nachhaltige Wirkung: Der Fonds beteiligt sich an Neuemissionen von Aktien und Anleihen. Hierbei fließt Geld vom Anleger direkt ins Unternehmen. Außerdem kontaktiert Ökoworld Unternehmen, um nachhaltige Veränderungen anzustoßen. Die Fondsgesellschaft nimmt auch ihre Stimmrechte auf Hauptversammlungen wahr und informiert über ihr Stimmverhalten.

Ausschlusskriterien ohne Umsatzschwelle
  • Erdöl (Transport/Vertrieb/Verarbeitung)
  • Erdöl (Förderung)
  • Erdgas (Stromerzeugung)
  • Erdgas (Förderung/Transport)
  • Kinderarbeit
  • Kohle (Förderung)
  • Kohle (Stromerzeugung)
  • Alkohol (Herstellung)
  • Embryonale Stammzellenforschung
  • Atomkraft (Erzeugung Atomstrom)
  • Gentechnik in der Landwirtschaft (grüne Gentechnik)
  • Glücksspiel (Anbieter)
  • Korruption
  • Massentierhaltung
  • Pestizide (Herstellung)
  • Pornografie (Herstellung)
  • Rüstungsgüter (Herstellung/Vertrieb)
  • Tabak (Produktion)
  • Tierversuche (nicht gesetzlich vorgeschriebene)
  • Waffen (konventionelle; Herstellung/Vertrieb)
  • Waffen (geächtete; Herstellung/Vertrieb)
  • Zwangsarbeit
  • Menschenrechts­verletzungen

Gesamtnote:

2,4
1
2
3
4
5
6

Fazit: Anspruchsvoller aktienlastiger Mischfonds mit strengem Auswahlverfahren.

Nachhaltigkeitsnote:

1,5
1
2
3
4
5
6
Aktien-Auswahlprinzip:
1,0

Nachhaltigkeits-Management:
2,0

Transparenz:
1,7

Nachhaltige Wirkung:
1,3

Finanznote:

3,4
1
2
3
4
5
6
Wertentwicklung:
3,7

Sicherheit/Risiko:
2,3

Kosten:
3,0

Wertentwicklung: Performance in Relation zu Vergleichsindex-Mix und Festgeldanlagen (Faktor 5 in Finanznote). Gesamtnote kann Rundungsdifferenzen aufweisen.

Stärken
  • Strenge Nachhaltigkeitskriterien
  • Vorbildliche Transparenz
  • Hohe nachhaltige Wirkung
Stärken
Schwächen
  • Keine
Schwächen

Empfohlene Anlagedauer: Ab 7, besser 10 Jahre.

Fondsname:
Ökoworld Smart Portfolio 70

Start:
2008

Fondsgesellschaft:
Ökoworld Lux. S.A.

ISIN:
LU0380798750


Volumen 27. Mai 2026:
159 Millionen Euro

Jahresgesamtkosten (TER):
1,76%
  • Uranabbau
  • Chlorchemie & PFAS
  • Verursachung massiver Umweltschäden
  • Raubbau an natürlichen Ressourcen
  • Systematische Verstöße gegen Verbraucherschutzvorschriften

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