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Kernkraft wegen China auf Rekordwert – Erneuerbare dennoch stärker
Weltweit wurde im vergangenen Jahr so viel Atomstrom produziert wie noch nie – das liegt allerdings nur an chinesischen Kernkraftwerken. Und auch in der Volksrepublik steigt der Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix deutlich stärker.
Laut dem World Nuclear Industry Status Report 2025 (WNISR) wurden 2024 weltweit in 408 Reaktoren 2.677 Terawattstunden (TWh) Atomstrom produziert. Damit wurde der bisherige Spitzenwert von 2.663 TWh aus dem Jahr 2006 knapp übertroffen.
Atomkraft wächst um 4 Prozent, Solarenergie um 44 Prozent
Dieser Anstieg ging ganz auf das Konto Chinas: Während die Atomkraft weltweit insgesamt stagniert, steigerte die Volksrepublik die Produktion von Kernenergie um knapp 4 Prozent auf 418 TWh. Gleichzeitig sank allerdings der Anteil der Atomkraft an der gesamten Stromerzeugung in China von 4,9 auf 4,7 Prozent.
Viel wichtiger ist auch in der Volksrepublik mittlerweile Erneuerbare Energie. Wasser-, Wind- und Solarstrom kamen 2024 zusammen auf einen Anteil von 34 Prozent an der chinesischen Stromerzeugung. Damit waren Erneuerbare die zweitwichtigste Stromquelle hinter der weiter dominierenden Kohle mit rund 56 Prozent. Allein die Erzeugung von Solarstrom stieg um 44 Prozent.
Weltweit sind dem Datenportal Statista zufolge aktuell 114 Atomreaktoren in Planung, die vermutlich in den nächsten 15 Jahren in Betrieb genommen werden. Mit 44 stellt China davon deutlich die meisten – nur Russland und Indien kommen ebenfalls auf zweistellige Zahlen. In Europa plant Tschechien mit fünf Projekten die meisten Reaktoren. Dahinter kommt Polen mit drei Projekten. Schweden, Rumänien, Ungarn, Großbritannien und die Ukraine planen jeweils zwei neue Reaktoren.
Deutschland ist 2023 aus der Kernenergie ausgestiegen. Zuletzt gab es Forderungen, den Schritt rückgängig zu machen, insbesondere aus der Union. Teils wird versucht, Kernkraft als nachhaltige Energie darzustellen. Laut EU-Taxonomie-Verordnung können Gas- und Kernkraftwerke seit 2022 unter bestimmten Umständen als nachhaltig gelten, etwa wenn sie nach dem neuesten Stand der Technik errichtet sind oder Kohlekraftwerke ersetzen. Zuletzt war Österreich mit einer Klage gegen diese Einstufung gescheitert. ECOreporter berichtete hier.
"Atomkraft taugt nicht zur Klimarettung"
"Angesichts all der Hypes und folgenlosen Ankündigungen liefert dieser Bericht einen wertvollen Beitrag zur Versachlichung", kommentierte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) den Bericht. Die Behörde gehörte zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung zu den Auftraggebern der Studie.
"Außerhalb von China stagniert die Atomkraft, aber ihre großen Probleme wachsen: das weitestgehend ungelöste Atommüll-Problem und immer mehr Altreaktoren, die viel länger laufen als ursprünglich geplant", so Schneider weiter. "Dieser Überalterungsbetrieb ist zwangsläufig mit zusätzlichen Risiken verbunden. Das gemeinsame Engagement für die nukleare Sicherheit in Europa und weltweit bleibt von ungebrochener Bedeutung."
Die Zahlen belegen laut dem Minister erneut, "dass die Atomkraft nicht zur Klimarettung taugt". Ihr Anteil am weltweiten Energiemix sei mit rund 5 Prozent schlicht zu gering.
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