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KI-Boom: TSMC steigert Umsatz auch im vierten Quartal 2024
Der taiwanesische Chip-Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) profitiert weiter vom Geschäft rund um Künstliche Intelligenz (KI). Im Schlussquartal 2024 legte der Umsatz einmal mehr deutlich zu. Die taiwanesische Regierung gibt dem Konzern außerdem erstmals die Erlaubnis, seine modernsten Chips außerhalb des Landes zu fertigen.
Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger erzielte zwischen Oktober und Dezember einen Umsatz von 868,5 Milliarden Taiwan-Dollar (26 Milliarden Euro), ein Plus von fast 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Dezember kletterten die Umsätze um rund 58 Prozent auf 278 Milliarden Taiwan-Dollar (8,2 Milliarden Euro). Damit konnte der Konzern auch die Erwartungen der Analysten übertreffen – diese sind angesichts des großen KI-Hypes für Tech-Konzerne immer schwerer zu erfüllen.
KI-Ausbau offenbar weiter stark
Im Gesamtjahr 2024 steigerte TSMC den Umsatz laut vorläufigen Zahlen um 34 Prozent auf knapp 4 Billionen Taiwan-Dollar (85 Milliarden Euro). Gewinnzahlen teilte das Unternehmen zunächst weder für das vierte Quartal noch das Gesamtjahr mit.
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Marktbeobachter sehen das Umsatzplus als Zeichen, dass große IT-Unternehmen wie die Google-Mutter Alphabet und der Softwarehersteller Microsoft weiterhin in den Ausbau ihrer Rechenzentren investieren und die Nachfrage nach KI-Chips damit hoch bleibt. TSMC ist hier der mit Abstand wichtigste Hersteller und fertigt insbesondere die Halbleiter des Marktführers Nvidia, der nach Expertenschätzungen mit seinen Chips bis zu 80 Prozent des KI-Markts beherrscht.
Große Sprünge machte die TSMC-Aktie am Freitag nach Verkündung der Umsatzzahlen allerdings nicht. Im Handel an der New Yorker Börse gewann das Papier 1,3 Prozent an Wert. Im Tradegate-Handel ist die Aktie aktuell 4,1 Prozent im Minus und kostet 199,40 Euro (Stand: 13.1.2025, 9:08 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 11,8 Prozent zugelegt, auf ein Jahr betrachtet hat sich der Kurs mit einem Plus von 121 Prozent mehr als verdoppelt.
Das größte Risiko für TSMC ist China. Der Konzern produziert den Großteil seiner Halbleiter in Taiwan, das von China als abtrünnige Provinz betrachtet wird. Die USA befürchten, dass das Regime der Volksrepublik versuchen wird, Taiwan in den nächsten Jahren zu annektieren.
Taiwans Regierung hebt Produktionsbeschränkung im Ausland auf
Womöglich auch deshalb gibt es in Taiwan nun eine politische Kursänderung: Wie das taiwanesische Wirtschaftsministerium mitteilte, darf TSMC ab sofort auch außerhalb des Landes in die Produktion von Chips mit einer Strukturbreite von 2-Nanometern investieren. Um Taiwans Vorsprung in der Chiptechnologie zu sichern, war es dem Konzern bislang untersagt, im Ausland Fabriken zu errichten, die technologisch weniger als zwei Generationen hinter den inländischen Fabriken liegen.
Je kleiner die Strukturbreite, desto leistungsfähiger und energieeffizienter sind Mikrochips. Die 2-Nanometer-Halbleiter sind aktuell die modernste mögliche Variante. TSMC will mit der Massenproduktion im kommenden Jahr beginnen und baut aufgrund der hohen Nachfrage schon jetzt seine Kapazitäten weiter aus. Eine 2-Nanometer-Fabrik kostet im Bau schätzungsweise rund 30 Milliarden Dollar.
Die Beschränkungen für Fabriken im Ausland seien "die Regeln der alten Zeit" gewesen, erklärte Wirtschaftsminister J.W. Kuo zur Aufhebung der Beschränkungen. "Die Zeiten haben sich geändert", so der Minister weiter. Private Unternehmen sollten künftig ihre eigenen Geschäftsentscheidungen auf der Grundlage ihres technologischen Fortschritts treffen dürfen.
TSMC kündigte an, dass seine zweite Fabrik im US-Bundesstaat Arizona ab 2028 Chips mit 3-Nanometer- und 2-Nanometer-Technologie herstellen soll. Außerdem will der Konzern eine dritte Fabrik bauen, die dann nach aktuellem Stand ausschließlich 2-Nanometer-Halbleiter fertigt. Die erste Fabrik in Arizona, die ihre Produktion in der ersten Hälfte dieses Jahres aufnehmen soll, wird noch 4-Nanometer-Chips produzieren. Insgesamt will TSMC in Arizona mehr als 65 Milliarden Dollar investieren. In Deutschland baut der Konzern aktuell ebenfalls eine Fabrik, hier soll aber nicht mit den aktuell modernsten Verfahren gefertigt werden.
Das taiwanesische Wirtschaftsministerium erklärte laut Medienberichten auch, die oberste Priorität 2025 sei der Aufbau einer globalen Halbleiterlieferkette in Zusammenarbeit mit den USA, Deutschland, Japan und den Philippinen. Die Abhängigkeit von Taiwan als Standort bleibt aber hoch. Absehbar wird TSMC die inländischen Produktionskapazitäten nicht ersetzen können, sollte es tatsächlich zu einem Einmarsch Chinas kommen.
Aktie nur für Mutige
Eine weitere Belastung könnte die Ausweitung von Zöllen durch die USA unter Donald Trump werden. Hier ist noch unklar, wie stark diese TSMC betreffen werden. Auf einer Investorenkonferenz im Januar will der Konzern sich dazu äußern. Das Wirtschaftsministerium erklärte, es erwarte nur eine geringe Belastung für Taiwans Technologiesektor.
ECOreporter sieht die TSMC-Aktie gerade aufgrund der politischen Risiken weiterhin nur als ein Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger. So überhitzt wie etwa das Papier von Nvidia ist die TSMC-Aktie trotz der enormen Kursgewinne in den letzten zwei Jahren allerdings nicht: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 liegt bei vertretbaren 30, für 2025 wird es bei 23 erwartet. Dennoch könnte es bei einem Nachlassen des KI-Hypes zu empfindlichen Rücksetzern kommen. Die erwartete Dividendenrendite ist mit 1,5 Prozent für einen Tech-Konzern ordentlich.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: ISIN US8740391003 / WKN 909800
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