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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten, Meldungen, Fonds / ETF
Was wollen Sie über Nachhaltige Geldanlage wissen? ECOreporter antwortet
Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf nachhaltige Geldanlagen aus? Wie riskant sind derzeit nachhaltige Fonds und ETFs, und was ist von den Trendthemen KI und Rüstung zu halten? Was ist sinnvoller: Sparpläne oder Einmalanlagen? Warum finden sich immer wieder umstrittene Unternehmen in nachhaltigen Fonds und ETFs? Solche Fragen erreichen die ECOreporter-Redaktion täglich. Wir beantworten sie alle, meist noch am gleichen Tag. Hier finden Sie einige der spannendsten Themen (letztes Update: 23.3.2026).
Frage: Gold galt immer als sicherer Hafen, wenn die Börsen verrückt spielen. Das scheint sich allerdings geändert zu haben. Woran liegt das?
ECOreporter-Antwort 23.3.2026: Gold ist deutlich schwankungsanfälliger geworden. Nach einem Hoch im Januar fiel der Preis innerhalb von zwei Tagen um ungefähr 20 Prozent, der größte Verlust seit 2013. Danach kauften vor allem professionelle Investoren wieder verstärkt Gold, der Preis stieg spürbar. Nach Angaben des Handelsverbands World Gold Council schwankte der Goldkurs in diesem Jahr in den ersten sechs Wochen um 39 Prozent – beim globalen Aktienindex MSCI World betrugen die Wertschwankungen in diesem Zeitraum nur 9 Prozent. Zuletzt ist der Kurs erneut eingebrochen, innerhalb einer Woche um knapp 12 Prozent (Stand 23.3.2026).
Gold ist damit derzeit kein sicherer Hafen, in den Anleger flüchten, weil ihnen andere Vermögenswerte zu unsicher geworden sind, sondern vor allem ein Spekulationsobjekt. Dazu passt, dass in den letzten Monaten vor allem Profi-Investoren kurzfristige Gewinne mit Gold und anderen Edelmetallen eingefahren haben. Viele private Anleger sind hingegen zu spät eingestiegen, teils mussten sie beträchtliche Verluste hinnehmen. Und Verlustphasen sind bei Gold besonders schmerzhaft, denn dann rächt sich, dass Edelmetalle weder Zinsen noch Dividenden abwerfen. Nach Wertverlusten ab Januar 1980 brauchte der Goldkurs 28 Jahre, um wieder sein altes Niveau zu erreichen.
Vor den jüngsten Rücksetzern hatte es eine regelrechte Goldpreisrally gegeben. Deren Auslöser waren vor allem Ängste vor einer schweren Wirtschaftskrise in den USA und den Folgen der immer rasanter wachsenden Staatsverschuldung. Viele Anleger schichteten ihr Vermögen um, in europäische Wertpapiere, den Schweizer Franken oder eben Gold. Irgendwann war Gold aber so gefragt, dass daraus ein Hype wurde, der Spekulanten anzog. Die wetteten auf die Goldpreisentwicklung und machten aus dem Edelmetall ein Zockerinvestment.
ECOreporter rät von Gold-Investments in größerem Umfang ab. Auf lange Sicht hatte das Edelmetall nie ein gutes Rendite-Risiko-Verhältnis, und der Preis entwickelt sich schon seit 20 Jahren nicht mehr gegenläufig zu den Börsenkursen. Gold hilft also nicht, Risiken im Depot zu begrenzen (mehr dazu lesen Sie hier).
Wenn Sie dennoch einsteigen möchten: Stecken Sie nicht mehr als 5 Prozent ihres freien Kapitals in Gold, und tun Sie dies nachhaltig. Wie das geht, erfahren Sie hier.
Als sinnvollere Alternative empfiehlt ECOreporter gute Tages- und Festgeldkonten.
Hohe Ölpreise, stark schwankende Aktienkurse, und Alternativen wie Anleihen bieten derzeit auch kaum Sicherheit. Der Iran-Krieg beschert mir nicht nur aus ethischen, sondern auch aus finanziellen Gründen schlaflose Nächte. Wohin soll ich mit meinem Geld?
Antwort 20.3.2026: Die einfachste Antwort: Lassen Sie es da, wo es ist – vorausgesetzt, Sie sind breit aufgestellt und haben Ihre Investments über viele Branchen, Regionen und Risikoklassen gestreut. Falls Sie hier noch nachbessern müssen: Tun Sie es jetzt, aber tun Sie es nicht überhastet. Achten Sie auf eine zu Ihnen passende, ausgewogene Mischung aus riskanten und sicheren Anlagen und seien Sie vorsichtig mit zu großen Investments in Trendthemen wie Künstliche Intelligenz oder – für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger meist ohnehin nicht relevant – Rüstung und Erdöl. Mit einem Mix aus weltweit gestreuten Aktien (am besten vorrangig über Fonds und ETFs) und Fest- und Tagesgeldanlagen machen Sie erfahrungsgemäß wenig falsch.
ECOreporter rät grundsätzlich: Lassen Sie sich nicht von aktuellen Börsenturbulenzen aus der Ruhe bringen und verkaufen Sie nicht wegen Ereignissen wie dem Iran-Krieg Wertpapiere. Erfahrungsgemäß fahren Sie in Krisenzeiten am besten, wenn Sie ein (gut ausgewähltes) Depot einfach weiterlaufen lassen. Der Iran-Krieg dürfte nur dann für substanzielle Verluste an der Börse sorgen, wenn er lange dauert und die Ölreserven in den Industrieländern zur Neige gehen. An einem langwierigen Krieg dürften aber weder die USA noch der Iran Interesse haben.
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10 ECOreporter-Tipps für richtig grüne Investments
Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie ein paar Zeilen darüber schreiben würden, wie man Stop-Loss-Limits für Aktien am sinnvollsten setzt. Wie viel Abstand zum aktuellen Kurs sollten sie haben? Ausgestoppt zu werden und am nächsten Tag zu sehen, dass der Kurs über den gesetzten Stop wieder hoch läuft, ist keine schöne Sache. Wie macht man es richtig?
Antwort 18.2.2026: Die perfekte Faustregel gibt es leider nicht. Manche Ratgeber nennen eine Stop-Marke von 10 bis 15 Prozent ideal, andere sehen einen Stop von 15 bis 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs als beste Option – und ob 10 oder 20 Prozent, ist natürlich schon ein deutlicher Unterschied.
Letztlich sollten Sie Ihr persönliches Limit so setzen, dass es zu Ihrer Toleranz für Kursverluste passt. Eine gewisse Toleranz für Kursschwankungen sollte eingeplant werden – ebenso aber auch die Größe der Aktie. Bei einem milliardenschweren Großkonzern beispielsweise ist ein Stop bei 10 Prozent bei einer eher defensiven Anlagestrategie sicherlich keine schlechte Wahl. Bei einem kleinen Wachstumsunternehmen, dessen Kurs häufiger und stärker schwankt, sind Sie hingegen bei einem 10-Prozent-Stop womöglich schneller ausgestiegen, als Sie eigentlich möchten.
Zudem sollten Sie immer bedenken: Der Verkauf wird nicht sofort bei Erreichen der Stop-Linie, sondern immer erst zum nächsten handelbaren Kurs ausgeführt. Der Verkauf erfolgt also möglicherweise zu einem Preis, der schon unter der Stop-Loss-Grenze liegt. Deshalb sollten Sie auch hier noch etwas Spielraum lassen und mit der Order nicht an die äußerste Grenze gehen, die Sie zu tolerieren bereit sind.
Nvidia stellt gerade an der Börse alles in den Schatten, Künstliche Intelligenz ist überall ein Riesenthema. Warum empfiehlt ECOreporter die Nvidia-Aktie nicht zum Kauf?
Antwort 20.11.2025: Nvidia erzielt einen Rekordgewinn nach dem anderen und dürfte mit seinen Hochleistungschips auch in den nächsten Jahren gute Überschüsse erzielen. Aber die Aktie ist nach einem Kurszuwachs von mehr als 1.400 Prozent in den letzten fünf Jahren sehr hoch bewertet. Mittlerweile bräuchte es schon fast 70 Jahresgewinne auf dem aktuellen Rekordniveau, um den Börsenwert des Konzerns zu erreichen. Und ob Nvidia seinen Höhenflug auf lange Sicht fortsetzen kann, erscheint fraglich. Bis vor einigen Monaten hatte das Unternehmen bei seinen KI-Chips kaum Konkurrenz – mittlerweile bieten aber auch andere Halbleiterfirmen hochwertige Produkte an.
Hinzu kommt: Derzeit bauen Tech-Riesen wie Amazon und Microsoft große KI-Rechenzentren mit Nvidia-Chips, verdienen mit KI aber noch kaum Geld. Die Investitionskosten übersteigen die Einnahmen um ein Vielfaches. Ob und wann sich das ändern wird, ist unklar. Stockt das rasante KI-Wachstum, dürfte Nvidia aber zu den größten Verlierern an der Börse gehören. Dann fällt die Aktie möglicherweise auf ein akzeptables Niveau – das nützt aber den Anlegerinnen und Anlegern wenig, die jetzt zu Höchstpreisen einsteigen.
Über aussichtsreichere Halbleiter-Aktien berichtet ECOreporter hier:
Nachhaltige Chip-Aktien: Bei welchen Halbleiter-Herstellern sich ein Einstieg aktuell lohnen kann
Ich will nachhaltige ETFs und Fonds kaufen, möchte aber nicht in Aktien von Unternehmen investieren, die Geld mit Kohle, Öl und Alkohol verdienen. Wie finde ich Produkte, die zu mir passen?
Antwort 17.11.2025: In unserer neuen Fonds- und ETF-Suche können Sie die von ECOreporter getesteten Aktien-Fonds/ETFs nach bis zu 24 Ausschlusskriterien filtern und dabei auch angeben, ob Umsatztoleranzen von beispielsweise 5 oder 10 Prozent erlaubt sein sollen.
Schon irre: Jahrelang waren Erneuerbare-Energien-Aktien die hässlichen Entlein an der Börse, und plötzlich schießen die Kurse wieder in die Höhe – obwohl in den USA ein Klimawandelleugner Stimmung gegen Ökostrom macht. Woher kommt die Wiederauferstehung?
Antwort 10.11.2025: Wind- und Solarstrom sind konkurrenzlos günstig. Es lohnt sich in vielen Ländern schlicht nicht mehr, neue Atomkraftwerke oder Kohlemeiler zu bauen. Und Grünstromanlagen lassen sich zudem sehr viel schneller und problemloser errichten. Das versteht vielleicht ein Donald Trump nicht, aber die großen Tech-Konzerne, die dringend viel Strom für ihre KI-Rechenzentren brauchen und deshalb verstärkt auf Erneuerbare Energien setzen. Daher die hohen Kurszuwächse zahlreicher Erneuerbaren-Aktien.
Mehr dazu lesen Sie in diesem Dossier:
Bis 1.100 % Plus – warum boomen Erneuerbare-Energien-Aktien wieder?
Warum gibt es so viele verschiedene nachhaltige ETFs von gleichen Anbietern auf den MSCI World Index, mit Zusätzen wie „ESG“, „UCITS“, „Swap“, „Screened“ etc.?
Antwort 8.10.2025: Dass unterschiedliche ETFs, etwa von Xtrackers, auf den MSCI World angeboten werden, liegt daran, dass sich diese ETFs nach jeweils anderen Kriterien zusammensetzen. Dazu gibt es noch Begriffe, die die Regulierung oder die „Gattung“ des ETFs betreffen. Der Reihe nach:
Die Abkürzung „UCITS“ findet sich bei allen in der EU gehandelten ETFs, es ist die Abkürzung für eine EU-Richtlinie, die Investmentfonds innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) reguliert.
Ein Swap-ETF ist ein synthetischer ETF. Die meisten ETFs wollen einen Index bei der Wertentwicklung nachbilden. Ein herkömmlicher, physischer ETF tut das, indem er dieselben Aktien kauft wie der Index, sodass sich eine annähernd gleiche Wertentwicklung ergibt. Ein synthetischer ETF schließt hingegen einen Vertrag mit einer Bank, die die gewünschte Rendite garantiert. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Die Risiken bei synthetischen ETFs sind höher. Zudem sind sie unter Umständen weniger nachhaltig, weil sie oft nicht die Aktien des jeweiligen Index enthalten, sondern andere Wertpapiere. ECOreporter testet deshalb nur physische ETFs und rät von synthetischen ETFs ab.
Begriffe wie „Screened“ oder „ESG“ beziehen sich auf die Methode, mit der ein ETF zusammengestellt wird. In geringem Umfang ist dabei mittlerweile am Namen zu erkennen, ob diese Methode mehr oder weniger streng ist – neue EU-Richtlinien knüpfen seit Mai die Verwendung eines Begriffs wie „ESG“ an strengere Vorgaben. Hier lesen Sie mehr dazu:
Neue Namensregeln: Hunderte „nachhaltige“ Fonds umbenannt
Ob ein ETF überhaupt unter Berücksichtigung von ESG-Merkmalen (also Merkmalen, die die Bereiche Ökologie (E wie Environment), Soziales (S wie Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (G wie Governance) umfassen) zusammengesetzt ist, erfahren Sie auf der Website des jeweiligen Produkts. Der ETF wird dann nämlich nach Artikel 8 oder Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung als nachhaltig deklariert. Wir sehen diese Einordnung zwar kritisch, aber ganz grob bedeutet sie, dass zumindest eine ESG-Bewertung für die Aktien im ETF vorgenommen wird, auch wenn diese sehr schwach sein kann. Ein Artikel-6-Fonds hingegen wendet gar keine oder nur rudimentäre Nachhaltigkeitsrichtlinien an.
Ich bin 64 Jahre alt und kurz vor meiner Rente. Ich möchte mein Aktienportfolio (15 Positionen) zur Risikominimierung nach und nach in ETFs verschieben. Meine Idee wäre es, drei unterschiedlich orientierte ETFs zu wählen: einen mit europäischen Aktien und zwei mit weltweiten Aktien. Eine sinnvolle Strategie?
Antwort 15.9.2025: Es macht auf jeden Fall Sinn, kurz vor der Rente Anlagerisiken zu senken. Welt- und Europa-ETFs sind da gute Optionen, wobei die Welt-Produkte auf längere Sicht weniger schwankungsanfällig sind und daher bei einer defensiven Strategie höher gewichtet werden sollten als Europa-ETFs. Da sich die meisten breit anlegenden Welt-ETFs in ihrer Zusammensetzung ähneln, reicht es aber normalerweise, einen Welt-ETF zu kaufen.
Noch wichtiger ist es allerdings, darauf zu achten, dass nicht zu viel Geld an der Börse investiert ist. Aktienkurse können stark schwanken. Mit einem Anlagehorizont von noch 20 oder 30 Jahren ist das kein Problem, im Rentenalter sollten die Schwankungen aber begrenzt werden, um beim Verkauf der Wertpapiere keine empfindlichen Verluste zu erleiden. ECOreporter rät daher dazu, im Alter den Anteil sicherer Investments wie Tages- und Festgeld oder auch großen Anleihen immer weiter zu erhöhen.
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Wo kann ich im Internet detaillierte Listen von allen Unternehmen in einem Fonds oder ETF finden? Da mir unter anderem ein radikaler Ausschluss von Tierversuchen sehr wichtig ist (Kosmetika und Pharma) und ich weiß, dass Pharma-Unternehmen fast überall mitmischen, reicht mir das ECOreporter-Fondssiegel nicht als Auswahlkriterium.
ECOreporter-Antwort 30.7.2025: Listen mit allen Unternehmen finden Sie auf den Websites der Fondsanbieter. Dort müssen die Jahres- und Halbjahresberichte der Fonds hinterlegt sein, in denen sämtliche gekauften Wertpapiere aufgeführt sind. Einige dieser Dokumente umfassen allerdings mehrere tausend Seiten, da sie Daten zu vielen Fonds eines Anbieters enthalten.
Richtig transparente Anbieter veröffentlichen zusätzlich zu den Jahres- und Halbjahresberichten lesefreundlich aufgemachte, aktuellere Bestandslisten, teilweise auch mit Erläuterungen zur Nachhaltigkeit und den Geschäftsfeldern der jeweiligen Unternehmen. In unseren Fonds- und ETF-Tests bewerten wir dies positiv, da wir die halbjährlichen Abstände zwischen den gesetzlich vorgeschriebenen Berichten als zu lang ansehen, um beurteilen zu können, was aktuell wirklich drin ist in einem Fonds.
Welche Meinung hat ECOreporter zu Rüstungs-Aktien? Können diese angesichts der Bedrohung durch Putin nachhaltig sein?
Antwort 28.6.2025: Das Thema Rüstung-Investments ist in den letzten Jahren in der Redaktion intensiv diskutiert worden. Lesen Sie dazu unsere Kommentare
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Kann die Rheinmetall-Aktie eine nachhaltige Geldanlage sein?.
Die Redaktion teilt beim Thema Rüstung weitestgehend die Einschätzung der deutschen Nachhaltigkeitsbanken, die Sie hier finden.
Seit einiger Zeit schon führen Sie in Ihren Tabellen zu Tages- und Festgeld die PSD Bank Nürnberg als nachhaltige Bank auf, seit diesem Jahr auch die Sparda-Bank Hamburg, obwohl beide in meiner Wahrnehmung nicht als typische umweltbezogene Banken auftreten. Wie kommt das?
Antwort 25.5.2025: Die beiden genannten Banken sind sicherlich keine kerngrünen Institute. Wir führen sie aber mit auf, weil wir sie als überdurchschnittlich nachhaltig einschätzen. Die Sparda-Bank Hamburg etwa legt ihr Geld nach einem übergeordneten Nachhaltigkeitskonzept an. Die PSD Bank Nürnberg tut dies ebenfalls und schult zudem ihre Mitarbeitenden vorbildlich zum Thema nachhaltige Anlageberatung.
Natürlich ist das alles nicht mit den Aktivitäten etwa der GLS Bank oder der UmweltBank vergleichbar, im Vergleich zu herkömmlichen Sparkassen oder Volksbanken aber schon ein deutlicher Fortschritt.
Zurzeit ist man ja versucht, sein Geld in Festgeld anzulegen, um den Turbulenzen am Aktienmarkt zu entgehen. Ich habe eine Frage zu folgendem Szenario: Ich investiere 90.000 Euro auf zehn Jahre zu einem Jahreszins von 4 Prozent und lege die Auszahlung der Zinsen aufs Ende der Laufzeit, um vom Zinseszins zu profitieren.
Der Worst Case: Die Bank geht nach neun Jahren pleite. Dann habe ich ja bei Banken aus der EU eine Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Eigentlich hätte ich aber mit Zins und Zinseszins über 133.000 Euro bekommen. Wie viel wird mir in so einem Fall ausgezahlt? Nur die Anlagesumme ohne Zinsen, also 90.000 Euro? Oder die maximal abgesicherte Summe, sprich 100.000 Euro? In beiden Fällen hätte ich Verlust gemacht.
Antwort 18.4.2025: Sie haben bei einer Bankpleite in der EU Anspruch auf Erstattung von maximal 100.000 Euro inklusive Zinsen. Alles, was in Summe über 100.000 Euro hinausgeht, ist nicht abgesichert und im Zweifelsfall verloren.
Deshalb sollten Sie Festgeld immer so anlegen, dass die Summe von investiertem Kapital plus Zinsansprüchen nie über 100.000 Euro liegt. Legen Sie mehr Geld an, verteilen Sie es auf Festgeldkonten bei mehreren Banken – die Einlagensicherung gilt für jedes Ihrer Konten, wenn diese bei verschiedenen Instituten eröffnet werden.
Die aktuellen Tages- und Festgeldangeboten nachhaltiger Banken finden Sie hier.
Donald Trump hasst Nachhaltigkeit und ist jetzt wieder der mächtigste Mann der Welt. Macht es da überhaupt noch Sinn, in nachhaltige Aktien, Fonds oder ETFs zu investieren?
Antwort 13.2.2025: Sicherlich gibt es grüne Unternehmen, die derzeit unter Präsident Trump einen schweren Stand haben, beispielsweise Windparkentwickler mit großem USA-Geschäft. Hier sind entsprechende Risiken allerdings bereits in viele Börsenkurse eingepreist, sprich es muss nicht zwangsläufig zu weiteren Rücksetzern kommen.
Trump mag momentan wild um sich schlagen, den Siegeszug der Erneuerbaren Energien wird er aber nicht aufhalten können – alleine schon, weil Wind- und Solarkraft konkurrenzlos günstig sind. Die Natur bietet hier einen „Deal“ an, an dem selbst ein fossiler US-Präsident wenig rütteln kann. Bestes Beispiel: In keinem Bundesstaat der USA wurden zuletzt so viele Solarparks errichtet wie im republikanisch regierten Texas. Einfach weil es sich wirtschaftlich rechnet.
Und viele andere nachhaltige Unternehmen wie etwa Wasserversorger, Entsorgungsunternehmen oder Bahnkonzerne laufen kaum Gefahr, ins Visier von Trump zu geraten. Von daher machen grüne Investments auch aus finanzieller Sicht weiterhin Sinn und sind zudem wichtiger als je zuvor. Allerdings gilt es jetzt, noch stärker darauf zu achten, dass Unternehmen wirklich zukunftsfähige Geschäftsmodelle haben und mit Augenmaß wirtschaften. Kerngrün und wackelig finanziert ergibt zusammengenommen im schlechtesten Fall einen Totalverlust und null nachhaltige Wirkung.
Lesen Sie dazu auch:
Donald Trump ist wieder da: Das sollten Sie bei nachhaltigen Investments jetzt beachten
Für Tages- und Festgeld bekomme ich immer weniger Zinsen. Gibt es Alternativen, mit denen sich die Inflation schlagen lässt?
Antwort 29.1.2025: Mit Aktien erzielen Sie auf lange Sicht meist Renditen, die klar über der Inflationsrate liegen. Aber Aktien sind auch riskanter als Tages- und Festgeld, und Sie sollten nicht Ihr gesamtes Vermögen in Geldanlagen stecken, mit denen Sie ins Minus rutschen können. Tages- und Festgeld eignen sich auch beim aktuellen Zinsniveau als solider Sicherheitsbaustein, und bei einigen grünen Geldhäusern gibt es weiterhin akzeptable Konditionen. Details dazu finden Sie hier:
Nachhaltige Banken: Bis 3,0 % sichere Zinsen für Tagesgeld und Festgeld
Alternativ können Sie auch Geldmarktfonds oder Geldmarkt-ETFs kaufen. Deren Renditen sind in etwa so hoch wie die Leitzinsen. Mehr darüber erfahren Sie hier:
In Ihrem Test des UmweltBank-ETF schreiben Sie, dass seine Gesamtkosten 0,8 Prozent betragen. Im Factsheet der UmweltBank steht aber, dass er 0,9 Prozent Verwaltungsgebühren und 0,8 Prozent laufende Kosten hat. Das sind zusammen 1,7 Prozent. Welche Zahl stimmt denn nun?
Antwort 10.1.2025: Bei den Kosten von Fonds und ETFs kommt es manchmal zu Verwirrungen, weil die Anbieter verschiedene Posten auflisten und nicht immer klar ist, was genau in welchem Posten enthalten ist. Die klarsten Informationen finden Sie in den Basisinformationsblättern der Produkte. Dort müssen die Anbieter die „laufenden Kosten pro Jahr“ ausweisen. Diese Kosten bezeichnen viele Anbieter und auch wir als Gesamtkosten (manchmal auch noch veraltet als Total Expense Ratio, TER), wobei wir die in den Basisinformationsblättern angegebenen Transaktionskosten, also die Aufwendungen für den Kauf und Verkauf der einzelnen Aktien oder Anleihen in einem Fonds oder ETF, ausklammern, da sie meist niedrig sind, sich stetig verändern und auch anfallen würden, wenn Sie die entsprechenden Wertpapiere selbst kaufen.
Um beim UmweltBank-ETF (unser Test) zu bleiben: Dessen Verwaltungsgebühren betragen laut Anbieter „maximal 0,9 Prozent“ und sind in den laufenden Jahresgesamtkosten bereits enthalten. Letztere lagen zuletzt bei 0,8 Prozent, die Verwaltungsgebühren betragen derzeit also weniger als 0,8 Prozent.
Ich bin ein absoluter Neuling auf dem Gebiet des Investierens, möchte mich aber tiefer damit beschäftigen und mir mein eigenes Depot aufbauen. Ich bräuchte Informationen, wie ich mir ein nachhaltiges Depot ganz konkret zusammenstellen kann. Mir ist allerdings nicht ganz klar, wie ich hier vorgehen soll. Welche Fonds/ETFs eignen sich als Basis? Welche Aktien soll ich kaufen? Ich wäre sehr dankbar für ganz konkrete Handlungsempfehlungen.
Antwort 1.12.2024: Da wir keine Anlageberater, sondern Journalisten sind, dürfen wir keine personalisierten Investment-Empfehlungen geben. Ohne genaue Kenntnis Ihrer Lebens- und Finanzsituation wäre das auch verantwortungslos. Deshalb empfehlen wir in unseren Artikeln auch keine konkreten Portfolios. Jede Anlegerin und jeder Anleger ist anders, DAS perfekte grüne Depot kann es nicht geben. Wer gerade erst mit einem kleinen Gehalt ins Berufsleben startet, sollte zum Beispiel andere Schwerpunkte setzen als jemand, der sich mit einem komfortablen Finanzpolster langsam der Rente nähert.
Einschätzungen zu Aktien finden Sie in unseren täglichen Meldungen und unseren Aktienüberblicken. Eine Übersicht dazu gibt es hier:
Das nachhaltige ECOreporter-Aktienuniversum
Bei Fonds und ETFs raten wir als Grundstock zu breit investierten Produkten, in die Sie den größten Teil Ihres Geld stecken sollten, um Verlustrisiken zu begrenzen. Einige Beispiele für solche Basisanlagen finden Sie hier:
Fonds & ETFs: 6 Basisanlagen fürs nachhaltige Depot
Weitere informative Artikel zu Grundlagen der grünen Geldanlage lesen Sie in unserer Rubrik „Richtig anlegen“.
Wie bewerten Sie einen Einstiegspreis von 50 Euro für einen ETF-Anteil? Und wie entsteht überhaupt der Preis eines ETFs?
Antwort 18.7.2024: Der Einstiegspreis eines ETFs ist für sich genommen irrelevant. Er kann vom Anbieter beim Start des ETFs nahezu beliebig festgelegt werden. Ein ETF-Anteil enthält dann einfach mehr oder weniger Aktien (beziehungsweise Bruchstücke). Die weitere Entwicklung des Preises bestimmen die Kursverläufe der Aktien, die der ETF hält.
Wie überdurchschnittlich nachhaltige ETFs finanziell dastehen, können Sie hier lesen.
Wichtig ist für Sie als Anlegerin oder Anleger nicht der Preis, den Sie für einen einzelnen ETF-Anteil bezahlen, sondern nur die Gesamtsumme, die Sie in ein Produkt investieren. Ob jetzt 1.000 x 50 Euro oder 100 x 500 Euro, ist egal.
Ich habe nachhaltige Fonds gekauft, die viele Erneuerbare-Energien-Aktien enthalten. Diese Fonds haben in den letzten zwei Jahren teilweise stark an Wert eingebüßt. Wie schätzt ihr das Chance-Risiko-Verhältnis solcher Fonds ein?
Antwort 14.5.2024: Gute Wind- und Solarunternehmen, auf lange Sicht auch Wasserstofffirmen haben grundsätzlich positive Aussichten, weil sie sich in wichtigen Wachstumsmärkten bewegen. Nach zwischenzeitlich sehr hohen Kursgewinnen schwächeln allerdings zahlreiche Aktien. Gründe dafür gibt es viele: gestiegene Rohstoffkosten, deutlich höhere Kreditzinsen, Preiskämpfe, politische Verwerfungen, Lieferkettenprobleme. Und viele grüne Energieunternehmen sind vergleichsweise klein – welche Firmen sich dauerhaft durchsetzen werden, ist teils unklar.
Daher rät ECOreporter dazu, Erneuerbare-Energien-Fonds nicht als Grundstock fürs Depot zu kaufen, sondern eher als tiefgrüne Beimischung. Zu den Branchenrisiken kommt noch die geringe thematische Streuung der Grünstromfonds, und die meisten von ihnen enthalten nur wenige Aktien.
Lesen Sie hierzu auch:
Fonds & ETFs: 4 Basisanlagen fürs nachhaltige Depot
Bis 210 % Plus: Die besten Erneuerbare-Energien-Fonds der letzten 10 Jahre
Nachhaltige Fonds – hier finden Sie unabhängige Tests, News, Wertentwicklungen
Ich habe mit Schrecken gesehen, dass ETFs auf den MSCI World Index zu fast 70 Prozent Aktien aus den USA enthalten. Ist da das Klumpenrisiko nicht viel zu hoch? Warum werden solche ETFs als Basis-Investments empfohlen?
Antwort 22.4.2024: Es stimmt: ETFs auf den MSCI World (und auch die Welt-Indizes anderer Anbieter) sind sehr US-lastig und setzen dazu noch stark auf Tech-Aktien wie Apple oder Microsoft. Das liegt daran, dass die Vereinigten Staaten und ihre großen Technologieunternehmen an der Börse am meisten wert sind – viele Welt-Indizes wählen ihre Aktien vor allem nach der Marktkapitalisierung aus.
Warum die Risiken dennoch vergleichsweise überschaubar sind und welche Alternativen es für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger gibt, erfahren Sie hier:
Ihr schreibt ganz richtig, dass Einmalanlagen oft höhere Renditen bringen als Sparpläne. Warum empfehlt ihr dann in mehreren Artikeln Sparpläne?
Antwort 16.3.2024: Für viele Menschen stellt sich die Frage „Sparplan oder Einmalanlage?“ gar nicht, weil sie keine nennenswerten Rücklagen haben. Das Geld, das sie investieren, zweigen sie von ihrem monatlichen Gehalt ab. Hier ist ein Sparplan alternativlos (nehmen Sie bloß keinen Kredit auf, um das geliehene Geld zu investieren!).
Aber auch wenn Anlegerinnen und Anleger genug Kapital für eine Einmalanlage haben, ist für viele ein Sparplan die bessere Lösung. Denn Menschen handeln bei der Geldanlage häufig nicht rational. Geht es an der Börse bergab, kommt es bei Einmalanlagen häufiger zu Panikverkäufen (und damit oft hohen Verlusten) als bei Sparplänen.
Mehr dazu können Sie hier lesen:
Fonds, ETFs & Aktien: Was bringt mehr Rendite – Sparplan oder Einmalanlage?
Ich möchte den Fonds Ökorenta Erneuerbare Energien 14 kaufen, finde ihn aber bei keinem Depotanbieter und an keiner Börse. Was mache ich falsch?
Antwort 8.2.2024: Der Ökorenta EE 14 (ECOreporter-Test) ist kein herkömmlicher Investmentfonds, sondern ein Alternativer Investmentfonds (AIF), ein geschlossener Fonds. Für solche Spezialfonds gibt es keinen Börsenhandel und meist auch kaum Möglichkeiten, sie auf anderem Wege zu handeln. Wer einen AIF haben möchte, sollte ihn bei der Ausgabe kaufen, später klappt das oft nicht mehr. Zweitmarktangebote finden sich manchmal etwa auf der Website der Fondsbörse Deutschland, einer Tochter der Börsen Düsseldorf, Hannover und Hamburg.
Meine nachhaltigen Aktien haben in den letzten Monaten Gewinn gemacht. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um sie zu verkaufen? Können mir Chart-Signale weiterhelfen?
Antwort 14.12.2023: Auf lange Sicht steigen Aktienkurse eher, als dass sie fallen. Das macht es leichter, Kaufoptionen zu finden, als Verkaufszeitpunkte festzulegen. Grundsätzlich empfiehlt ECOreporter, gute Aktien möglichst lange zu halten – weil sie immer wertvoller werden und meist höhere Renditen bringen als andere Geldanlagen.
Je nach persönlicher Situation kann es aber natürlich sinnvoll oder notwendig sein, Aktien in bestimmten Zeitfenstern zu veräußern, beispielsweise wenn größere Anschaffungen anstehen oder das Rentenalter naht. Dann sollten als Erstes die Aktien verkauft werden, bei denen das weitere Kurspotenzial am geringsten ist. Erwartete Zuwächse bei Umsatz und Gewinn sowie Kurs-Gewinn-Verhältnisse sind da nach Einschätzung der Redaktion gute Orientierungspunkte, Charttechnik erfahrungsgemäß eher nicht.
Und wenn es wirklich um Renditeoptimierung geht, sind Zeitpunkte attraktiv, an denen Aktien zuvor sehr stark gestiegen sind, etwa wegen neuer, marktbeherrschender Produkte. Ein gutes Beispiel dafür waren die Kurssprünge von BioNTech in der ersten Corona-Phase. Oder aktuell Novo Nordisk mit seinen "Abnehmmedikamenten". Die haben den Aktienkurs stark steigen lassen. Die weitere Entwicklung ist aber unklar: Konkurrenten entwickeln eigene Produkte, zudem laufen die Novo Nordisk-Patente auf die Präparate in einigen Jahren aus. Der Kurs kann also fallen. Oder aber weiter steigen, weil es für die Wirkstoffe wahrscheinlich noch weitere Anwendungsbereiche und auch weitere Patente geben wird.
Sie sehen: nicht ganz einfach, und es kommt immer auf den Einzelfall an. In unseren täglichen Meldungen nennen wir Verkaufsoptionen, wenn sie sich nach unserer Einschätzung bieten. Ansonsten ist investiert bleiben bei guten Aktien wahrscheinlich in vielen Fällen die bessere Lösung.
Hat es Nachteile, Aktien in Dollar-Währung zu kaufen?
Antwort 6.12.2023: Wenn Sie Aktien in Dollar kaufen, haben Sie ein Währungsrisiko. Je nachdem, wie sich der Dollarkurs nach dem Kauf der Aktien entwickelt, bekommen Sie nach dem Verkauf der Aktien (und bei Dividendenzahlungen) weniger oder mehr Euro überwiesen. Das Wort "Währungsrisiko" ist also eigentlich etwas irreführend, denn es kann auch eine "Währungschance" sein. Aber auf jeden Fall erhöht ein Investment in Dollar die Ungewissheit, was die zukünftige Entwicklung Ihrer Geldanlage angeht.
Sie können natürlich auch ein Fremdwährungskonto eröffnen und dann selbst entscheiden, wann Sie die Dollar in Euro umtauschen.
Laut Ihrem Fondstest legt der Triodos Global Equities Impact Fund „überwiegend in etablierte Großunternehmen an, in seiner Aktienliste finden sich etwa Procter & Gamble, Toyota und Novo Nordisk. Kompromisse bei der Nachhaltigkeit geht der Fonds aber nicht ein. Die Unternehmen durchlaufen ein strenges Auswahlverfahren ...“ Toyota gehört aber indirekt zu den größten Treibhausgasemittenten weltweit, und mit der "Abnehmspritze" betreibt Novo Nordisk ein fragwürdiges Geschäftsfeld. Das kann man zumindest kritisch würdigen und nicht einfach durchwinken.
Antwort 1.12.2023: Vor allem bei Toyota gibt es sicherlich Kritikpunkte, die das Unternehmen je nach der eigenen Definition von Nachhaltigkeit als nicht investierbar disqualifizieren. Was für den Konzern spricht, sind seine seit Jahrzehnten im Branchenvergleich sehr hohe Effizienz und damit Ressourcenschonung und sein immer noch breites Angebot an kleineren, energiesparenderen Autos (bei den großen deutschen Herstellern beispielsweise gibt es so etwas ja kaum noch). Dass Toyota seine Vorreiterrolle bei grünen Antrieben (Stichwort Prius) verloren hat und auf das unsichere Pferd Wasserstoff setzt, lässt sich sicherlich bemängeln. Auf der anderen Seite werden die Aspekte S (Social) und G (Governance) aus dem Kürzel ESG bei Toyota deutlich stärker berücksichtigt als etwa beim E-Auto-Pionier Tesla. Das soll Toyota nicht verteidigen, macht es aber für ECOreporter zumindest nachvollziehbar, warum Triodos die Aktie ausgewählt hat.
Zu Novo Nordisk: Das Unternehmen hat seine Abnehmpräparate für kranke Menschen (Diabetes, Adipositas) entwickelt, nicht für Gesunde, die einfach "nur" abnehmen wollen. Der Run auf die Mittel sorgt natürlich für Rekordgewinne, Novo Nordisk versucht aber zumindest, den Vertrieb so zu strukturieren, dass bei den aktuellen Lieferengpässen vor allem dorthin geliefert wird, wo die Präparate an Kranke gehen. Zudem haben die Wirkstoffe offenbar noch andere positive Nebenwirkungen, die die Lebensqualität von kranken Menschen verbessern können. Auch hier ist die Auswahl der Aktie aus Sicht der Redaktion erklärbar.
Natürlich kann man zu diesen Investments anders stehen als Triodos. Das Nachhaltigkeitskonzept des Fonds ist nach unserer Einschätzung aber als Ganzes sehr anspruchsvoll und streng (hier finden Sie unseren Fondstest).
Da der Fonds vor allem in Großkonzerne anlegt, enthält er fast zwangsläufig auch Unternehmen, bei denen nicht jeder geschäftliche Aspekt kerngrün ist. Das ist bei Fonds, die auf kleine Nischenfirmen setzen, natürlich einfacher (wir schauen uns für unsere Fondstests tatsächlich jedes Unternehmen in den Wertpapierlisten genau an). Die gleiche Problematik haben wir auch bei unseren ECOreporter-Favoriten-Aktien, wenn wir die Firmen der Kategorie Grüne Spezialwerte unseren Nachhaltigen Dividendenkönigen gegenüberstellen. 100 Prozent nachhaltig ist bei großen Konzernen bislang (leider) kaum möglich.
Werden Unternehmensanleihen ohne Finanz-Rating (von Agenturen wie beispielsweise S&P) grundsätzlich schlechter eingestuft als Anleihen mit Rating? Im Internet werden immer wieder Anleihen empfohlen, weil sie ein Rating haben, oder es wird von ihnen abgeraten, weil es zu ihnen kein Rating gibt. Zu Recht?
Antwort 18.7.2023: Ratings haben tatsächlich Auswirkungen auf die Einstufungen von Anleihen. Wer kein Rating einer größeren Agentur besitzt, wird von einigen Brokern (vor allem solchen, die kein eigenes Research betreiben) grundsätzlich als minderwertig eingestuft, egal wie gut die Anleihe tatsächlich ist. Viele Fonds investieren auch nur in Anleihen, die ein Rating haben. Das führt dazu, dass Wertpapiere von kleineren Unternehmen, die von den wenigen einflussreichen Agenturen nicht bewertet werden, häufig von Fonds ausgeschlossen sind.
Wirklich nachhaltige Fonds setzen hingegen häufig ganz bewusst auf gute kleine Anleihen ohne Rating.
Nachhaltige Misch- und Rentenfonds hat ECOreporter hier getestet.
Analysen zu überdurchschnittlich grünen Anleihen (ohne Rating) finden Sie hier.
Nachhaltige Anleihen großer Konzerne stellt die Redaktion hier vor.
Ich fange gerade erst an, mich mit Aktien, Fonds etc. zu befassen. Was muss ich grundsätzlich beachten? Mit welchem zeitlichen Horizont sollte ich investieren? In unsicheren Zeiten legt man doch nicht alles auf einmal an, oder?
Antwort 3.7.2023: Wir raten unseren Leserinnen und Lesern in unseren Artikeln regelmäßig vor allem Folgendes:
- Legen Sie breit diversifiziert (gestreut) an. Also nicht nur einen Fonds mit lediglich 25 Aktien kaufen und auch nicht alles auf Fonds und Aktien setzen. Tages- und Festgeld bringen mittlerweile ebenfalls wieder solide Renditen.
- Legen Sie in turbulenten Zeiten (und auch sonst) nicht Ihr ganzes Geld auf einen Schlag an. Am besten einen Teil der für Fonds gedachten Summe direkt investieren, den Rest dann über Sparpläne. Das geht auch bei Aktien.
- Behalten Sie immer eine ausreichend hohe Barreserve für Notfälle, etwa auf einem Tagesgeldkonto.
- Bleiben Sie langfristig dabei. Halten Sie Fonds mindestens fünf bis zehn Jahre, am besten noch länger. Und schichten Sie in den Jahren vor dem Ausstieg langsam in sicherere Finanzprodukte (etwa Festgeld) um. So vermeiden Sie größere Renditeeinbußen, falls es gegen Ende Ihrer Fonds-Haltedauer zu Kurseinbrüchen kommen sollte.
Diese und weitere Tipps finden Sie unter anderem in folgenden Artikeln (was dort zu Aktien steht, ist teilweise auch auf Fonds übertragbar):
Nachhaltig investieren in schwierigen Zeiten: Das sollten Sie beachten
Nachhaltige Fonds – hier finden Sie unabhängige Tests, Analysen, Wertentwicklungen
5 Tipps: So sorgen Sie für mehr Sicherheit im nachhaltigen Aktiendepot
Grünes Geld: 10 ECOreporter-Tipps für bessere und nachhaltigere Investments
Ich überlege, Sparpläne auf nachhaltige Fonds und ETFs zu eröffnen. Allerdings bin ich nach dem Zusammenbruch der Credite Suisse und der Pleite mehrerer US-Banken unsicher: Was passiert mit meinem Geld, wenn meine Depotbank bankrott geht? Oder ein Fondsanbieter?
Antwort 7.4.2023: Da können wir Sie beruhigen: ETFs und Fonds sind sogenanntes Sondervermögen. Das heißt, Ihre Anteile bleiben in Ihrem Besitz, auch wenn der Anbieter Konkurs anmelden sollte. Gleiches gilt für die Bank, bei der Sie Ihre Fonds und ETFs lagern. Auch hier ist Ihr Geld vor einer Insolvenz geschützt. Ihr einziges Risiko sind mögliche Kursverluste Ihrer Investments.
Ich würde gerne nachhaltig investieren, habe bei der Auswahl aber ein Problem: Die meisten Fonds und ETFs sind entweder kerngrün, aber riskant, oder weniger riskant, aber dafür nicht so nachhaltig, wie ich es gerne hätte. Was soll ich tun?
Antwort 2.4.2023: Es ist tatsächlich nicht leicht, Fonds und ETFs zu finden, die bei überschaubarem Risiko auch für anspruchsvolle nachhaltige Anlegerinnen und Anleger interessant sind. Denn in ETFs oder Fonds mit sehr vielen Aktien oder Anleihen (teils über 1.000) stecken mit hoher Wahrscheinlichkeit Papiere, die nicht grün sind – beispielsweise von Öl- und Atomkonzernen, Waffenherstellern, Fluggesellschaften.
Sehr nachhaltige Fonds und ETFs investieren hingegen meist in deutlich weniger Unternehmen. Das macht sie anfälliger für Kursschwankungen, also riskanter. ECOreporter empfiehlt dennoch viele dieser kerngrünen Produkte, weil ihre Wertentwicklung gut ist. Allerdings eignen sie sich eher als grüne Beimischung im Depot, nicht als Fundament, als Basisanlage. Doch auch für den Grundstock Ihres Portfolios gibt es gute Optionen. Drei davon haben wir hier vorgestellt:
Schreiben Sie auch über Aktien von Unternehmen mit großen Wachstumschancen und grüne Fonds oder ETFs, die sich auf Start-ups spezialisieren?
Antwort 26.3.2023: Wachstumsunternehmen sind meist junge Firmen, die sich mit zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen in expandierenden Märkten bewegen. Wichtiger als kurzfristige Gewinne ist bei ihnen, dass sie bekannter werden, viele neue Kundinnen und Kunden gewinnen und ihre Produkte stetig weiterentwickeln. Bei Aktien solcher Unternehmen sind die Anlagerisiken höher als bei etablierten Konzernen – aber auch die Chancen auf sehr gute Renditen.
ECOreporter beschäftigt sich mit Wachstumsaktien unter anderem in folgenden Branchenüberblicken:
Fonds und ETFs, die sich auf nachhaltige Wachstumswerte konzentrieren, gibt es bislang nicht viele. Und das, was angeboten wird, ist nicht unbedingt besonders grün. Ein Negativbeispiel:
ECOreporter-ETF-Test: UBS ETF MSCI World Small Cap Socially Responsible
Die Redaktion beobachtet kontinuierlich den Markt und wird neue, interessante Produkte testen.
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