SFC Energy hat seine Produktion ausgebaut und verzeichnet eine starke Nachfrage. / Foto: SFC Energy

  Nachhaltige Aktien

SFC Energy übertrifft 2024 Prognose – weiter kräftiges Wachstum im Blick

Der deutsche Brennstoffzellenhersteller SFC Energy ist 2024 deutlich gewachsen und hat die eigene Ergebnisprognose übertroffen – insbesondere dank Militärverträgen. Das Unternehmen aus Brunnthal bei München baute seine Produktion aus. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz zweistellig steigen.

Der Umsatz wuchs 2024 zum Vorjahr laut vorläufigen Zahlen um 22,5 Prozent auf knapp 145 Millionen Euro. "Zentrale Wachstumstreiber" waren laut Unternehmen die Bereiche Defense und öffentliche Sicherheit mit einem deutlichen Plus von rund 60 Prozent sowie Anwendungen für Brennstoffzellen mit einem Anstieg um etwa 36 Prozent.

Ergebnis besser als erwartet

Der Erfolg im Bereich Defense reflektiere "die veränderte geopolitische Lage", erklärte das Unternehmen. Zuletzt hatte das Unternehmen etwa einen Auftrag des indischen Militärs erhalten. Zudem wächst SFC zufolge der Markt für zivile Sicherheits- und Überwachungstechnologien rasant. Diese seien eine "technologiebasierte, verlässliche und kosteneffiziente Alternative zu physischem Wachpersonal".

Wie ECOreporter die SFC Energy-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im Premium-Bereich. Mit dem ECOreporter-Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien erhalten Sie einen Überblick über die Wasserstoffbranche.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte im Vergleich zu 2023 um 45 Prozent auf 22 Millionen Euro zu. Damit übertraf das Unternehmen seine eigene EBITDA-Prognose von 20 bis 21,5 Millionen Euro. Die um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Marge lag mit 15,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 12,8 Prozent. Nettozahlen teilte der Konzern zunächst nicht mit. Analysten hatten zuletzt einen Gewinn von rund 9 Millionen Euro erwartet.

SFC Energy teilte zudem mit, man habe die Produktionskapazitäten "massiv erweitert mit dem endgültigen Hochlauf der Produktionen in Indien sowie Rumänien als perspektivisch größten Produktionsstandort". Auch die Fertigung am Standort Swindon in Großbritannien wurde demnach erweitert. In den USA entsteht ein neuer Standort in Salt Lake City – der Fokus in den Vereinigten Staaten soll laut Unternehmen besonders "auf Schlüsselindustrien wie Öl und Gas, Bergbau, Verteidigung und öffentliche Sicherheit" liegen, dort sei der Konzern "gut aufgestellt".

Das letzte Jahr beendete SFC Energy mit einem Rekordauftragsbestand von knapp 105 Millionen Euro, fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Dank einer hohen Nachfrage im vierten Quartal legte der Auftragseingang 2024 von 124,8 auf 167,7 Millionen Euro zu.

Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Wachstum des Konzernumsatzes um rund 11 bis 25 Prozent auf etwa 160,6 bis 180,9 Millionen Euro erwartet. Das Unternehmen rechnet mit einer steigenden Nachfrage in allen regionalen Märkten, wobei die stärksten Wachstumsimpulse "voraussichtlich aus dem nordamerikanischen und asiatischen Raum kommen werden".

Beim bereinigten EBITDA erwartet SFC Energy eine Steigerung auf 24,7 bis 28,2 Millionen Euro und eine weiter verbesserte Marge. Das Unternehmen setzt dabei auf eine "anhaltend gute" Nachfrageentwicklung, jedoch in Abhängigkeit von der zeitlichen Umsetzung geplanter Wachstumsinvestitionen, insbesondere in den weiteren Ausbau der Standorte in den USA und Dänemark, sowie der Implementierung eines neuen Software-Systems (ERP-System) auf Konzernebene. SFC Energy erwartet, die höheren Kosten in einem gewissen Umfang an die Kunden weitergeben zu können.

Aktie mit Risiken

Die SFC Energy-Aktie ist heute im Tradegate-Handel 1,7 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 18,02 Euro (Stand: 25.2.2025, 9:36 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 1,5 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 6,1 Prozent an Wert zugelegt.

SFC Energy hat mit seiner Technologie erfolgreich eine Nische besetzt, wächst und ist profitabel. Ein Novum in der Wasserstoffbranche. Wasserstoff bleibt allerdings ein riskanter Sektor. Für Anlegerinnen und Anleger mit erhöhtem Risikobewusstsein kann die Aktie eine interessante Option sein, das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei noch moderaten 20. Das liegt auch daran, dass der Kurs noch immer mit der allgemeinen Enttäuschung über die Entwicklung am Wasserstoffmarkt kämpft, in den letzten Jahren schwankte er deutlich.

Nachhaltige Anlegerinnen und Anleger können sich natürlich am Militärgeschäft des Unternehmens stören. Auch Notstromaggregate für die Energieversorgung etwa von Ölpumpen sind ein wenig sauberes Geschäft, auch wenn die Brennstoffzellen selber Emissionen einsparen.

SFC Energy AG:  ISIN DE0007568578 / WKN 756857

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

Verwandte Artikel

17.02.25
 >
17.04.26
 >
19.11.24
 >
02.10.24
 >
16.09.24
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x