Ohne private Anlegerinnen und Anleger wäre die grüne Revolution im Energiesektor nicht möglich gewesen. / Foto: Energiekontor

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten

So krempelten private Anlegerinnen und Anleger die Energiebranche um – Kraft des Geldes Teil 4

Ihr Geld: Ein unbedeutendes Staubkorn im schier unendlichen Universum des Finanzmarktes? Oder der Zellkern für etwas, das Sinn ergibt – ein Stück Krankenhaus, eine Grundlage für ein kleines Unternehmen in einem Schwellenland, ein Kindergarten, ein Teil der Energiewende, eine Stimme mit Einfluss gegen die Regenwaldzerstörung? ECOreporter zeigt Beispiele, wo das möglich wird.

Die nachhaltige, ethische Geldanlage hat Wirkung. Nicht nur auf dem Konto oder im Depot. Sondern auch in der realen Welt, jenseits der Zahlen. Da verändert Geld etwas. Man muss nicht einmal Millionen investieren, damit echte Wirkung entsteht. Denn die Masse kommt durch die Menge der ethisch und nachhaltig Anlegenden zusammen.

Privates Geld für den Start der Energiewende

Der grüne Geldmarkt hat in den letzten Jahren bereits Milliarden in sinnvolle Kanäle gelenkt. In dieser ECOreporter-Serie geben Ihnen sechs Menschen konkrete Beispiele dafür, was Geld geleistet hat und weiterhin bewirken kann, wenn die Richtung und das Engagement stimmen. Aus kleinen Beiträgen Großartiges entstehen lassen: So funktioniert es.

Lesen Sie heute im vierten Teil der Serie, wie private Anlegerinnen und Anleger die Wende am Strommarkt möglich machten. Mit viel eigenem Risiko und gegen den Widerstand großer Energiekonzerne.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Der Erneuerbare-Energien-Projektierer Energiekontor zählt zu den Pionieren der grünen Energiewende in Deutschland. Kerstin Kratzsch von Energiekontor erklärt, wie die grünen Energien ihren Siegeszug starteten:

"Energiekontor wurde 1990 gegründet, als einer der allerersten Projektierer von Erneuerbare-Energie-Projekten. Kurz davor war das Stromeinspeisegesetz beschlossen worden – damals ein anderthalbseitiges Papier! Das heutige Erneuerbare-Energien-Gesetz ist in etwa so dick wie ein mittlerer Roman. Schon in der ersten Fassung enthielt das Gesetz zwei wesentliche Neuerungen: die Pflicht, die Stromnetze auch für Erneuerbare-Energie-Kraftwerke zu öffnen, und es regelte die Bezahlung für den eingespeisten Strom.


Kerstin Kratzsch von Energiekontor spricht über die Anfänge und Erfolge des Unternehmens. / Foto: Energiekontor

Das war damals alles ein Nischenthema, das die Energiekonzerne eher blockierten. Auch große Investoren waren überwiegend sehr skeptisch. Aber so eine Wende im Strommarkt braucht Geld. Und das kam tatsächlich von Privatleuten. Ohne deren Engagement wäre auch der Aufbau von Energiekontor nicht möglich gewesen.

Allein schon, weil von der Gründung des Unternehmens bis zur Inbetriebnahme des ersten Projektes ein paar Jahre vergingen. In dieser Zeit haben sich schon die ersten privaten Investoren finanziell an Windprojekten beteiligt, die noch keine Genehmigung hatten. Sie sind also mit Energiekontor ins Risiko gegangen, damit Windparks entstehen konnten – nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Unternehmen.

Privatleute gingen ins Risiko

Die Anlegenden wollten auch schlicht ihren eigenen Strombedarf "buchhalterisch" durch Erneuerbare Energie abdecken. Die großen Investoren sind erst wesentlich später eingestiegen, als die Erneuerbare-Energie-Technik dank der privaten Geldgeber bewiesen hatte, wie zuverlässig sie funktioniert und wie schnell sie sich weiterentwickelt.

Insgesamt hat Energiekontor bis heute über 160 Wind- und Solarparks realisiert. Sie erzeugen pro Jahr 2,7 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das reicht für über 800.000 Durchschnittshaushalte, anders gesagt für über 2,5 Millionen Menschen. Allein mit seinen rund 20 Anleihen hat Energiekontor bis heute ein Kapital von rund 230 Millionen Euro bewegt. Teilweise sind diese Anleihen bereits zurückgezahlt.

Über 30 Jahre nach dem Start liefern die Erneuerbaren Energien in Deutschland heute im Schnitt mehr als die Hälfte unseres Stroms. Sie sind nicht mehr wegzudenken und wachsen schnell. Entsprechend hat sich das Thema Investment heute entwickelt. Dennoch haben die privaten Investoren für uns immer noch einen hohen Stellenwert. Auch, weil wir unseren langjährigen Kunden die Beteiligung an Wind- und Solarkraftwerken nach wie vor ermöglichen möchten."

Energiekontor ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Ein Porträt des Unternehmens finden Sie hier. Eine aktuelle Einschätzung der Aktie können Sie hier lesen.

Die übrigen Teile unserer Serie "Kraft des Geldes" finden Sie hier:

Teil 1: Festgeld für die Wachkomastation

Teil 2: Die Büffelkuh und die Ärzte

Teil 3: Von Kindergärten und Schulen in Finnland

Teil 5: Stromrebellen gegen Konzerne

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