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STMicroelectronics: Welche Aussichten hat die Chip-Aktie?
Die Aktie des italienisch-französischen Chip-Konzerns STMicroelectronics hat stark an Wert verloren. Bieten sich jetzt Einstiegschancen, oder sind die Risiken zu hoch?
STMicroelectronics hat ein grundsätzlich solides Geschäftsmodell. Die Halbleiter des in den Niederlanden börsennotierten Unternehmens finden sich in Elektroautos, Waschmaschinen, Handys, elektrischen Zahnbürsten und vielen anderen Geräten. Das Produktsortiment ist groß, der Schwerpunkt liegt auf dem Automobilsektor und dem sogenannten Internet der Dinge, also der Datenvernetzung von Gegenständen. STMicroelectronics fertigt überwiegend selbst, seine Werke befinden sich unter anderem in Italien, Frankreich und mehreren asiatischen Ländern.
Die Erholung lässt weiter auf sich warten
Der Konzern leidet allerdings unter der aktuellen Schwäche der Automobilindustrie, die schon seit geraumer Zeit weniger Chips bestellt als erhofft. Der Umsatz sank 2024 von 17,3 auf 13,3 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn verringerte sich von 4,2 auf knapp 1,6 Milliarden Dollar.
Auch für das erste Quartal 2025 geht das Management nicht von einer Trendwende aus: Der Umsatz wird nur bei 2,5 Milliarden Dollar erwartet, im vierten Quartal 2024 waren es noch 3,3 Milliarden Dollar. Konzernchef Jean-Marc Chery sieht weiterhin vor allem in Europa Verzögerungen in der Erholung der Industrie und eine rückläufige Entwicklung in der Automobilbranche.
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Wegen der schwachen Nachfrage ist der Börsenkurs von STMicroelectronics seit Ende 2023 stark gesunken. Im Jahresvergleich ist die Aktie 47 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 19 Prozent an Wert verloren. Anfang Februar kostete sie nur noch 21,09 Euro, der niedrigste Stand seit dem Corona-Crash im Frühjahr 2020. Aktuell notiert die Aktie im Tradegate-Handel bei 21,79 Euro (10.2.2025, 9:30 Uhr).
STMicroelectronics will in diesem Jahr mit einem konzernweiten Programm Kosten senken. So sollen etwa die Produktionskapazitäten für Silizium-Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimetern ausgebaut werden. 300-Millimeter-Wafer sind deutlich effizienter als die gängigen 200-Millimeter-Wafer, da wegen des höheren Durchmessers mehr Chips auf eine Siliziumscheibe passen. Laut Konzernchef Chery lassen sich so ab 2027 jährlich hohe dreistellige Millionen-Dollar-Beträge einsparen.
Robuste Finanzierung, aber Risiken in China
ECOreporter sieht bei STMicroelectronics realistische Chancen, dass die Nachfrage mittelfristig wieder spürbar anziehen wird. Der Konzern ist breit aufgestellt und verfügt in vielen Bereichen über eine gute Marktposition. Zudem ist das Unternehmen solide finanziert und schreibt auch in schwierigen Phasen schwarze Zahlen. 2024 lag der freie Cashflow bei 288 Millionen Dollar, und STMicroelectronics kaufte im vierten Quartal des letzten Jahres eigene Aktien im Wert von 92 Millionen Dollar zurück. Ende 2024 standen Vermögenswerten von knapp 25 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten von lediglich 7 Milliarden Dollar gegenüber.
Ein Risiko sind für das Unternehmen die unsicheren Perspektiven auf dem wichtigen chinesischen Chip-Markt, der zunehmend versucht, unabhängiger von westlichen Halbleitern zu werden. Vor diesem Hintergrund ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie mit 28 für 2025 eher hoch. Für 2026 wird es bei deutlich moderateren 13 erwartet. ECOreporter schätzt die Aktie weiterhin als ein mögliches Investment für geduldige Anlegerinnen und Anleger ein, die mit unruhigen Kursverläufen leben können.
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STMicroelectronics N.V.: ISIN NL0000226223 / WKN 893438
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