Die aktuelle Höhe der EEG-Förderung sagt wenig über die Kosten für den weiteren Ausbau aus. / Symbolbild: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Studie: Neue Solar- und Windkraftanlagen benötigen deutlich weniger Förderung

Neue Wind- und Solaranlagen verursachen in Deutschland deutlich geringere Förderkosten als ältere Anlagen. Das zeigt eine Kurzstudie des Berliner Beratungsunternehmens Enervis im Auftrag des Landesverbands Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen (LEE NRW).

Enervis wollte herausfinden, wie viel Förderung Anlagen benötigen, die unter den heutigen Bedingungen in Deutschland neu gebaut werden. Deshalb wurden Wind- und Solarprojekte betrachtet, die seit Anfang 2025 einen Förderzuschlag erhalten hatten, am Stichtag 18. August 2026 aber noch nicht in Betrieb waren.

Förderkosten sinken deutlich

Unter dieser Bedingung ergibt sich für die Studie ein Portfolio aus neuen Wind- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 38 Gigawatt. Da die Förderkonditionen hier bereits feststehen, errechnete Enervis einen jährlichen Förderbedarf von rund 400 Millionen Euro. Für den bestehenden Bestand an geförderten Wind- und Solaranlagen in Deutschland veranschlagt die Studie dagegen jährlich 14,8 Milliarden Euro. Diese Anlagen kommen auf eine Leistung von rund 184 Gigawatt.

Zwar lässt sich die Stromerzeugung nach neuen Bedingungen nicht einfach hochrechnen. Doch der Unterschied wird laut Enervis beim Vergleich der Kosten für den erzeugten Strom deutlich: Für die untersuchten Neuanlagen fallen rechnerisch durchschnittlich 0,72 Cent Förderung je Kilowattstunde an, also weniger als ein Cent. Beim bestehenden Anlagenpark sind es 6,58 Cent und damit mehr als neunmal so viel.

Hauptgrund sind die gesunkenen Fördervergütungen für neue Anlagen. Zudem decken die Einnahmen aus dem Stromverkauf inzwischen einen größeren Teil der Kosten ab. Die Studie zeigt damit, dass die aktuellen Gesamtausgaben für die Förderung erneuerbarer Energien wenig darüber aussagen, wie teuer der aktuelle Ausbau ist. Zudem endet die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für Wind- und Solaranlagen grundsätzlich nach 20 Jahren zuzüglich des Jahres der Inbetriebnahme.

Bei welchen Erneuerbare-Energie-Unternehmen sich Investments aktuell lohnen können und wo Risiken hoch sind, erfahren Sie in den jeweils zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

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