Tesla verliert in Europa an Boden. / Foto: ECOreporter, Jörg Weber

  Nachhaltige Aktien

Tesla verliert Anschluss auf dem europäischen Automarkt

Der US-Elektroautobauer Tesla verzeichnet in der EU weiterhin schwache Absatzzahlen. Gleich mehrere Konkurrenten überholen den Konzern. Gerade deutsche Unternehmen machen Boden gut.

Wie der Herstellerverband Acea mitteilte, wurden im April in der EU lediglich 5.475 Tesla-Fahrzeuge neu zugelassen – ein Rückgang von 52,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch in den ersten vier Monaten 2025 sank der Absatz, 41.677 neu zugelassene Tesla-Fahrzeuge bedeuteten einen Rückgang um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Imageproblem Elon Musk

Gleichzeitig wuchs der Markt für Elektrofahrzeuge in Europa. Laut Acea stiegen die Neuzulassungen bei reinen Elektrofahrzeugen um gut ein Drittel. Insgesamt entfielen 15,3 Prozent aller Neuzulassungen im bisherigen Jahresverlauf auf reine Stromer – 3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach Angaben des britischen Analyseunternehmens Jato Dynamics wurde Tesla im April beim Absatz von zehn Herstellern überholt, darunter dem chinesischen Elektroautokonzern BYD. Auch die deutschen Hersteller Volkswagen und BMW zogen vorbei.

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Laut den Zahlen von Jato landete BYD im April mit 7.231 verkauften Autos knapp vor Tesla mit 7.165 Fahrzeugen. Jato bezieht bei seiner Analyse 28 Länder ein statt nur die EU. BYD expandiert in Europa aggressiv und baut Fabriken in Ungarn und der Türkei.

BYD steigerte seine Verkäufe vor allem über sogenannte Eigenzulassungen, also die Verkäufe an die eigenen Händler sowie an Autovermieter. Bei deutschen Herstellern dominieren hingegen wie bei Tesla die Zulassungen durch private Kundinnen und Kunden sowie durch Unternehmen.

Teslas Image hat in den letzten Monaten weltweit unter den politischen Aktivitäten von Konzernchef Elon Musk gelitten. Musk ist einer der wichtigsten Unterstützer von US-Präsident Donald Trump und inoffizieller Leiter der Kostensenkungsbehörde Doge in den USA. Er ist damit unter anderem die treibende Kraft hinter den Massenentlassungen im öffentlichen Dienst, die Beobachter als Angriff auf die US-Demokratie werten.

Musk hat mittlerweile erklärt, seine politische Tätigkeit herunterzufahren. Der Multi-Milliardär will sich nun wieder "rund um die Uhr" um seine zahlreichen Unternehmen kümmern.

Teure Aktie, zweifelhafte Nachhaltigkeit

Deutsche Automarken hingegen profitieren von ihrem guten Ruf. Nach Umfragen der Unternehmensberatung Bearingpoint in den USA, China, Frankreich und Deutschland liegen die deutschen Marken in jedem der vier Märkte beim Vertrauen in die Qualität vorne.

Bei Tesla steht aktuell vor allem Musks angekündigte Vollzeit-Rückkehr im Vordergrund. Die Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 2 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 306,95 Euro (Stand: 27.5.2025, 11:17 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 22,1 Prozent zugelegt, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 87,8 Prozent.

Zwischen Dezember und Anfang April war die Aktie deutlich eingebrochen, seitdem erholt sich der Kurs. In den letzten fünf Jahren versechsfachte sich der Börsenwert. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 217 für 2025 ist die Aktie aber viel zu teuer. Ein weiteres Argument gegen einen Einstieg bleibt Konzernchef Musk. Dessen politisches Engagement ist mit nachhaltigen Grundsätzen nicht vereinbar. Bei Tesla standen zuletzt zudem eher Ideen von humanoiden Roboterassistenten und selbstfahrenden Taxis im Vordergrund als neue und günstige Automodelle.

Tesla Inc.:  ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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