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Aktientipps, Nachhaltige Aktien
Trüffelschwein grunzt: Kleine nachhaltige Aktiengesellschaft entdeckt
Die ECOreporter-Redaktion ist ständig auf der Suche nach kleinen, grünen, nachhaltigen Aktienunternehmen. Schwierige Sache, denn es ist seltener geworden, dass sich kleinere Unternehmen über die Börse finanzieren. Oft sind schon Finanzierer vor dem Börsengang eingestiegen, und die achten sehr darauf, Kursgewinne realisieren zu können. Aber das ECOreporter-Börsen-Trüffelschwein hat eine Aktie entdeckt, die noch auf keinem Radar zu sein scheint und die recht beeindruckende Finanzdaten aufweist. Und die Nachhaltigkeit ist zumindest einen Blick wert.
Das Unternehmen ist Großhändler und Dienstleister in den Bereichen Elektro-, Heizungs- und Sanitärtechnik, Lüftung sowie Klima- und Energielösungen. Das Angebot reicht von Kabeln und Rohrleitungen über Lichttechnik bis zu Wärmepumpen und Lebensmitteln. Zugegebenermaßen gibt es da am Rand auch einige Dienstleistungen, die nicht allen gefallen werden, etwa für die Öl- und Gasindustrie.
Nachhaltige Produkte
Das Unternehmen ist mit rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Dänemark, Schweden, Norwegen, den Niederlanden und Polen aktiv. Bis Ende dieses Jahres will es sämtlichen Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen, sich vollständig vom Heizen mit Gas verabschieden und an allen Standorten Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert haben. Bis 2030 möchte der Konzern außerdem seine Fahrzeugflotte vollständig auf elektrisch umstellen.
Wichtiger ist natürlich, welche Produkte das Unternehmen vermarktet und an wen. Der Konzern liefert etwa Solarpaneele und Wärmepumpen und installiert diese über seine Servicesparte. Zudem ist das Unternehmen nach eigener Aussage ein wichtiger Zulieferer für die Offshore-Windbranche, weil es zeitkritische Lieferungen etwa von Kabeln und Mechanik-Komponenten anbietet.
Welche weiteren Leistungen diese nachhaltige Aktiengesellschaft anbietet, warum das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis sehr gut ist und um welche Aktie es sich handelt, erfahren Sie im Premium-Bereich.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Das Unternehmen ist die Solar Group A/S mit Sitz in Vejen – ein idyllischer Ort auf dem dänischen Festland, ehemals Grenzort zu Deutschland. Anders als der Name vermuten lässt, ist das Unternehmen nicht auf Solarenergie spezialisiert. Trotzdem hat es einige Geschäftsbereiche, die mit Erneuerbarer Energie zu tun haben. So übernahm die Solar Group im März 2023 die Mehrheit am dänischen Wärmepumpenhersteller ThermoNova, der auf Industriekunden fokussiert ist.

Die Solar Group ist als Großhändler und Dienstleister für eine breite Palette an Waren aktiv. / Foto: Unternehmen
Die Solar Group vertreibt vor allem Elektro-, Heizungs-, Sanitär- und Lüftungskomponenten, unter anderem Beleuchtung, Heizkessel und Heizkörper, Warmwasserbereiter, Wärmepumpen, Schalter und Steckdosen, Detektoren und Drucktasten, Ventilatoren und Lüftungsgeräte, Solarheizungen, Brandmeldeanlagen, Kabel für die Bau-, Schiffs- und Offshore- sowie die Telekommunikationsbranche.
Elektronikprodukte machen fast drei Viertel des Umsatzes aus, Solar hat keine Verträge mit dem Militär. Auf Produkte aus dem Segment Erneuerbare Energien und Heizungstechnologie entfällt mit 10 Prozent der kleinste Umsatzanteil, das Segment wächst laut Unternehmen aber am schnellsten.
Zu den Kunden gehören allerdings auch Öl- und Gaskonzerne, die Tiefseebohrungen durchführen. Spezialisierte Produkte für die Bohrungen bietet Solar dabei nicht an, neben allgemeinen Industrieprodukten versorgt das Unternehmen aber etwa Bohrinseln mit Werkzeug, Arbeitskleidung und Lebensmitteln.
Solar steigerte seinen Umsatz 2022 um rund 12 Prozent auf 13,9 Milliarden Dänische Kronen (1,9 Milliarden Euro), die operative Marge stieg von 5,4 auf 6,6 Prozent. Der Nettogewinn legte von 531 auf 660 Millionen Kronen (89 Millionen Euro) zu. 2021 hatte dieser sich schon mehr als verdoppelt. Solar ist solide finanziert, Verbindlichkeiten von knapp 4 Milliarden Kronen standen zum Abschluss des abgelaufenen Geschäftsjahres Vermögenswerte von 5,9 Milliarden Kronen gegenüber.
Der Konzern erklärte, in den letzten Monaten insbesondere unter gestiegenen Einkaufskosten gelitten zu haben. Für 2023 erwartet Solar daher einen leicht geringeren Umsatz von rund 13,7 Milliarden Kronen. Ein Wachstum wird nur im Erneuerbare-Energien-Sektor und bei umweltfreundlicher Heiztechnologie erwartet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll von 978 auf 900 Millionen Kronen (120 Millionen Euro) sinken.
Hohe Dividendenquote
Die Dividende für 2022 blieb mit 45 Kronen je Aktie zum Vorjahr stabil, gemessen am Schlusskurs 2022 ergibt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr eine starke Dividendenrendite von 14,5 Prozent. Für 2023 wird die Dividendenrendite sogar bei 17 Prozent erwartet. Das Unternehmen strebt nach eigener Aussage eine Ausschüttung von mindestens 35 Prozent der Gewinne an, 2022 lag sie bei 50 Prozent.
Für Anlegerinnen und Anleger ist am Markt eine B-Aktie verfügbar, die voll dividendenberechtigt ist und eine Stimme je Aktie garantiert. Die öffentlich nicht gehandelten A-Aktien bieten zehn Stimmen je Aktie und sind vollständig im Besitz des von Solar-Gründer Jacob Jørgensen kontrollierten Fonds Fund of 20th December. Der Fonds hält als größter Einzelaktionär 17 Prozent der Solar-Anteile und gleichzeitig 60,5 Prozent der Stimmrechte. Mehr als 70 Prozent der Aktien sind in Form von B-Anteilen im Streubesitz.
Die B-Aktie ist in Deutschland etwa an den Börsen Frankfurt, Stuttgart oder Düsseldorf handelbar. Am Dienstag dieser Woche schloss sie im Handel an der Börse Frankfurt 0,8 Prozent im Plus zum Vortag bei einem Preis von 65,30 Euro (Stand: 25.7.2023, 17:22 Uhr). Die Aktie hat seit Februar rund 21 Prozent an Wert verloren, im Jahresvergleich ist sie mittlerweile 25,4 Prozent im Minus.
Langfristig hat der Kurs sich jedoch ordentlich entwickelt, auf fünf Jahre gesehen ist er um 24 Prozent gestiegen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 liegt bei niedrigen 7,4. Die Kennzahl hat ECOreporter hier näher erläutert.
Fazit
Solar ist in erster Linie ein Großhändler, und nicht alle Produkte sind kerngrün. Es gibt am Rand Geschäftsbeziehungen zur Mineralölbranche, aber dabei handelt es sich um Lieferungen von konventioneller Elektronik und allgemeinen Gebrauchsgütern. Solar selbst beteiligt sich nicht selbst an Öl- und Gasförderung und will bis Ende dieses Jahres den eigenen Verbrauch an fossilen Energien gestoppt haben. Auf der anderen Seite liefert Solar klimafreundliche Technologie für die Baubranche, für Haushalte und vor allem auch für die Windkraftindustrie.
Das Geschäft ist solide finanziert und in den vergangenen Jahren gewachsen. Höhere Margen wären wünschenswert, aber auch so gibt es schon eine hohe Dividendenquote. Und das Unternehmen hat über die letzten Jahre kontinuierlich Gewinne ausgeschüttet, selbst während der Corona-Krise.
Die Aktie zeigt langfristig eine solide Entwicklung. Der Handel mit Wärmepumpen und der Erneuerbare-Energien-Sektor versprechen gute Wachstumschancen. Anlegerinnen und Anleger, die bereit sind, bei der Nachhaltigkeit Kompromisse zu akzeptieren, können mit einer kleinen Position einsteigen. Die weitere Kursentwicklung wird auch davon abhängen, ob diese kleine Aktie „entdeckt“ wird – nicht nur von echten Börsentrüffelschweinen, sondern auch von einem breiteren Publikum.
Solar B A/S: ISIN DK0010274844 / WKN A0BLGA