Bei TSMC laufen die Geschäfte weiter hervorragend. / Foto: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.

  Nachhaltige Aktien

TSMC macht mehr Gewinn – US-Zollpolitik als Risiko

Der taiwanesische Chip-Auftragsfertiger TSMC hat im ersten Quartal 2025 einen deutlichen Gewinnsprung hingelegt. Der Konzern sieht aber Unsicherheiten durch die US-Zollpolitik.

TSMC steigerte seinen Umsatz auf 839 Milliarden Taiwan-Dollar (23 Milliarden Euro), ein Wachstum von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Aus Sicht von TSMC ein klarer Beleg dafür, dass die starke Nachfrage nach Hochleistungschips, insbesondere für Künstliche Intelligenz (KI), anhält.

Unsicherheiten durch US-Zollpolitik

Die operative Marge verbesserte sich von 42 auf 48,5 Prozent. Der Nettogewinn stieg auf 362 Milliarden Taiwan-Dollar (10 Milliarden Euro). Damit erzielte der Konzern das vierte Quartal in Folge ein zweistelliges Gewinnwachstum. Alle Kennzahlen übertrafen zudem die Erwartungen der Analysten.

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Für das laufende zweite Quartal erwartet TSMC einen Umsatz von 28,4 bis 29,2 Milliarden US-Dollar, womit die Prognose über den 20,8 Milliarden Dollar des Vorjahres liegt. Die operative Marge soll zwischen 47 und 49 Prozent liegen.

Allerdings räumte der Konzern ein, dass die US-Zollpolitik weiter Unsicherheiten für den Ausblick schafft. Man habe bislang zwar keine Änderungen im Verhalten der Kunden festgestellt. Allerdings werde man mögliche Auswirkungen auf die Nachfrage weiter "genau beobachten", erklärte TSMC-Finanzchef Wendell Huang.

TSMC will unter anderem wegen der Zollproblematik einen wesentlichen Teil seiner Produktion in die USA verlegen. Das soll nicht nur die Risiken durch die US-Politik reduzieren, sondern ist auch eine Reaktion auf die Gefahr durch China. Die Volksrepublik sieht das de facto unabhängige Taiwan als abtrünnige Provinz an. Es gibt schon länger die Befürchtung, dass China versuchen könnte, die Insel zu annektieren oder abzuriegeln. Das könnte die westliche Welt von der Versorgung mit Hochleistungschips abschneiden.

Im vergangenen Monat kündigte TSMC daher Investitionen in den USA in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar an, zusätzlich zu den 65 Milliarden US-Dollar, die für drei Werke im US-Bundesstaat Arizona zugesagt wurden. Eines der Arizona-Werke hat jüngst den Betrieb aufgenommen.

Die Zahlen von TSMC wurden am Finanzmarkt gut aufgenommen. Im Tradegate-Handel ist die Aktie aktuell 5,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 140,20 Euro (Stand: 17.4.2025, 9:45 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 13,2 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat der Kurs 7,5 Prozent gewonnen.

Wie viele andere Chip-Papiere ist auch die Aktie von TSMC in diesem Jahr gefallen, seit Jahresstart ging es für den Kurs etwa 20 Prozent abwärts. Neben der Unsicherheit über die Handels- und Zollpolitik der USA belastete auch die Sorge den Markt, dass die Aussichten für KI-Anwendungen womöglich überschätzt wurden. Die aktuellen Zahlen von TSMC werden hingegen als gutes Zeichen für die Branche insgesamt aufgenommen. Auch die Aktien von anderen Konzernen mit großem KI-Geschäft wie Nvidia, AMD und ASML legten am heutigen Donnerstag im frühen Handel zu.

Weiter Risiken im KI-Sektor

ECOreporter sieht aber weiter deutliche Risiken für den KI-Sektor, der Markt ist nach Einschätzung der Redaktion trotz zuletzt deutlicher Korrekturen noch immer überhitzt. Spekulationen über die künftige Dimension von KI-Geschäften dürften weiter für Schwankungen im gesamten Technologiesektor sorgen. Erfolge werden auch weiterhin nach den sehr hohen Erwartungen von Analysten bemessen, die teils nicht einmal durch immer neue Rekordergebnisse erfüllt werden können.

TSMC ist allerdings auch unabhängig vom KI-Sektor gut aufgestellt. Aktuell halten sich Gerüchte, der Konzern könnte gemeinsam mit anderen Unternehmen die Fertigung des US-Chipherstellers Intel teilweise übernehmen. ECOreporter berichtete hier. Diese soll dafür in ein neues Gemeinschaftsunternehmen ausgegliedert werden. Angeblich drängt die US-Regierung auf diesen Schritt, um das kriselnde Intel zu unterstützen und gleichzeitig eine komplette ausländische Übernahme des US-Konzerns zu vermeiden.

Die US-Zölle und auch die Bedrohung durch China bleiben aber absehbar Risiken für TSMC. Bis es eine nennenswerte Fertigung außerhalb Taiwans gibt, werden Jahre vergehen. Und Halbleitertechnologie ist zwar aktuell von den US-Zöllen ausgenommen. Wen Donald Trump mit neuen Handelsabgaben belegen wird, ist aber völlig unberechenbar.

Zwar liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der TSMC-Aktie für 2025 bei moderaten 17. Defensiven Anlegerinnen und Anlegern rät ECOreporter aber nicht zum Einstieg.

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR:  ISIN US8740391003 / WKN 909800

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